Franz Wagner sammelte mehr als 500 Kapperl. Franz Wagner ist nicht nur Landwirt, sondern sammelt auch seit 15 Jahren Kapperl und Bierkrüge. Auch an alten Fahrzeugen ist ihm sehr gelegen.

Von Josef Penzendorfer. Erstellt am 07. August 2020 (04:34)
Franz Wagner mit seiner Frau Gusti und jenem originellen Exemplar, das sogar eine Beleuchtung aufweist.
Penz

„Arbeite und strebe – aber lebe!“ Das steht in Verbindung mit einigen bäuerlichen Symbolen als Graffito an einer Außenwand des Vierkanters „Lugmair“ – an der Gemeindegrenze zwischen Haag und Wolfsbach in Heimberg gelegen – groß aufgeschrieben. Und diesem Motto entsprechend leben Gusti und Franz Wagner auch. Neben ihrer Hauptbetätigung in der Landwirtschaft nehmen sie sich auch Zeit für jene Dinge, an denen sie sich einfach erfreuen können, die ihr Leben bunter machen.

Begonnen hat alles damit, dass ein Besucher vor etwa 15 Jahren in der Gartenhütte des Anwesens sein Kapperl vergessen und nie mehr abgeholt hat. Dieses wurde an der Holzwand befestigt und schon bald hat Franz daran Gefallen gefunden und einige weitere daneben angebracht: „Ich habe dann selbst immer wieder welche mitgenommen, sei es bei Ausflügen, Messen, aber auch von Firmen. Und auf Flohmärkten konnte ich auch immer wieder interessante Stücke ergattern“, schildert Franz das Anwachsen der imposanten Sammlung von inzwischen mehr als 500 verschiedenen Kapperln.

Seine Freunde beschenken ihn natürlich nunmehr auch immer wieder mit weiteren Kopfbedeckungen, die fein geordnet, ja beinahe museal aufbereitet seine Garage zieren, in der zudem etwa 250 Biergläser sowie auch ein Oldtimer Steyr Diesel 180 S1 zu finden sind. Übrigens Baujahr 1951 – auch Geburtsjahr von Franz Wagner, der mit seinem Traktor gerne bei Ausfahrten des Oldtimer-Clubs Strengberg mit dabei ist.

Viele Kapperl erzählen auch eine Geschichte

Zu vielen seiner Kapperl kann Franz auch eine Geschichte erzählen, ob diese nun von dem befreundeten Pater und geistlichen Begleiter Francesco aus Medjugorje stammen oder von der Stewardess Kathi Ingle aus Texas, deren Vater einst Sänger am Linzer Landestheater und Nachbar der Familie Wagner war. Viele Länder der Erde wie Indien, Russland oder die USA sind in der Sammlung vertreten. Die Enkelkinder leben derzeit in Norwegen und Irland, woher immer wieder einmal weitere Exemplare eintreffen.

(Bundes)Länder, Firmen, Versicherungen, bekannte Auto- und Traktormarken, Getränke oder auch Sportarten wie Basketball (in aufreizendem Design) sind nur einige der Kategorien, nach denen die Sammlung in seinem ‚Haubenlokal‘, wie er es nennt, geordnet sind. Freilich trägt er auch selbst bei der Arbeit gerne Strohhut oder Kapperl, natürlich auch bei Ausfahrten mit seinem Cabrio.

„Der Gedanke an Kapperl schwingt bei Ausflügen immer mit, der Blick ist diesbezüglich geschärft“, verrät Franz Wagner, der dieses sein Hobby völlig unaufgeregt, aber mit viel Liebe und Freude betreibt. Der Kopfschutz des wohl berühmtesten österreichischen Kapperlträgers, Niki Lauda, freilich fehlt ihm noch, aber Franz Wagner besitzt mit Sicherheit bei weitem mehr Kapperl als Lauda je besessen hat, und vielleicht beschenkt ihn ja auch noch einer seiner Freunde mit einem dieser ganz besonderen Exponate.