Großprojekt wurde abgeblasen. Wartecker verwarf seine Pläne für das Vitalzentrum. Nun baut die Raika ein Haus für Arzt und Apotheke.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 16. Oktober 2019 (03:39)
Gemeinde
Das neue Haus (blau markiert), in dem die Arztpraxis und die Apotheke untergebracht sein werden, wird neben dem Gebäude der Raika direkt an der Landesstraße errichtet.

Im Dezember 2017 ging Ewald Wartecker mit seinen Plänen an die Öffentlichkeit. Die Wartecker Immobilien GmbH wolle in Eigenregie um 1,2 Millionen Euro ihr ehemaliges und nunmehr leer stehendes Betriebsgebäude im Ortszentrum von Haidershofen in ein Gesundheitszentrum umbauen, verkündete er. Das künftige Vitalzentrum solle zu einer zentralen Anlaufstelle für Gesundheit, Prävention, Therapie, Training und Beratung werden. Ordinationen für einen Hausarzt, Fachärzte und Therapeuten sowie eine Apotheke sollen in dem Gebäude untergebracht werden. Ehrgeizige Pläne, die nun vor rund einem Monat aus betriebswirtschaftlichen Gründen ad acta gelegt wurden.

Auf eine Apotheke, die ja bereits bewilligt wurde, müssen die Haidershofner in Zukunft aber trotzdem nicht verzichten. „Die Raika Haidershofen ist an uns herangetreten, ob es nicht gescheit wäre, wenn sie etwas macht“, freut sich Bürgermeister Manfred Schimpl über das unerwartete Angebot der Bank. „Sie hat sich für allfällige Erweiterungen einen Grund gesichert und wird nun neben dem Gebäude der Raika, direkt an der Landesstraße, ein neues Gebäude errichten, in dem auf direkter Zufahrt von der Landesstraße im Obergeschoß die Apotheke untergebracht wird und im Erdgeschoß rund 150 Quadratmeter für eine Arztpraxis sowie weitere Räumlichkeiten zum Beispiel für Therapeuten vorgesehen sind“, erklärt Schimpl. Die Planung läuft bereits.

Fix ist, dass die Gemeinde die Räumlichkeiten für die Ordination anmieten und an den zukünftigen Arzt, der über die endgültige Festlegung der Größe und die Detailplanung der Ordination selbst entscheiden kann, weitervermieten wird. In der letzten Gemeinderatssitzung wurde zudem beschlossen, dass die Gemeinde bis zu maximal 100.000 Euro für die Einrichtung der Räumlichkeiten zur Verfügung stellen wird und den neuen Arzt in der Startphase auch bei der Miete unterstützen kann. „Das ist ein sehr attraktives Angebot. Ich weiß nicht, was man als Gemeinde noch recht viel mehr tun kann“, hofft Bürgermeister Schimpl, dass durch das neue Projekt endlich ein Nachfolger für Allgemeinmediziner Walter Irauschek, der mit Jahresende in Pension geht, gefunden werden kann. „Ich bin da jetzt sehr zuversichtlich“, ergänzt der Ortschef.

Die Fertigstellung des Projekts ist in etwa für Ende 2020 geplant. Für die Übergangszeit würde die Gemeinde dem neuen Hausarzt ein Provisorium zur Verfügung stellen.