Haager sammelten 30.000 Euro für Brunnen in Nigeria. Hans Berger und Alois Wieser sammelten 30.000 Euro und finanzierten zwei Brunnen in Nigeria.

Von Karl Fuchs. Erstellt am 24. Oktober 2019 (04:56)
Als Dank für den Bau der Brunnenanlage wurden Alois Wieser (links) und Hans Berger (rechts) vom Präsidenten für die Region Isunjaba empfangen.
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Die Haager Nebenerwerbslandwirte Hans Berger (70) und Alois Wieser (52) unternahmen 2018 eine Reise nach Nigeria, ohne sich vorher genaue Informationen über das bevölkerungsreichste Land Afrikas einzuholen. Wozu auch, dachten sich die beiden, wurden sie doch vom damals in Stadt Haag als Kaplan tätigen Marius Oluibo begleitet.

Der Golf von Guinea bietet zwar viele Natursehenswürdigkeiten und Wildtierreservate, doch von Sonne, Meer, Urlaubs- und Badestimmung bekamen die Mostviertler weit und breit nichts zu sehen. Dafür das Monsunklima im Südosten von Nigeria mit heftigen Überschwemmungen.

Der Einblick in das religiöse, politische und gesellschaftliche Leben der Nigerianer mit den kriegerischen Einflüssen der Stammesbrüder im Norden, hinterließ nach 3.000 gefahrenen Autostraßenkilometern im Landesinneren zusätzlich seine Spuren. Zu diesem Zeitpunkt reifte in den beiden Haager Abenteurern der Gedanke des Helfens.

Eine Schnapsidee, wie sie sagten, fiel ihnen dabei sofort ein: Wieser und Berger schmiedeten Pläne zum Bau eines Dorfbrunnens, denn das größte Problem in den Dörfern ist nach wie vor die Bereitstellung von sauberem Trinkwasser.

Aus Schnapsidee wurde großes Hilfsprojekt

„Wasser muss aus einer Entfernung von 20 Kilometern herbeigeholt werden“, erklären die Haager. Vorhandenes und verschmutztes Wasser sei in Nigeria bereits zur tödlichen Gefahr für Kinder geworden. Zusätzlich seien diese Kinder durch Wasserknappheit, unhygienische Lebensbedingungen und Krankheiten wie Typhus oder Malaria bedroht. „Dieser Lokalaugenschein rief uns daher auf den Plan, mithilfe einer Spendenaktion in Haag den Bau eines Dorfbrunnens für die Kaplanfamilie in Isunjaba zu finanzieren“, erinnern sich die beiden.

Diese Brunnenanlage finanzierten die Österreicher am Elternhaus der Familie von Marius Oluigbo im Dorf Isunjaba.
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Doch der Haager Stadtpfarrer war von dieser Aktion nicht begeistert, sodass sich in Haag zwei Lager bildeten, die entweder für oder gegen die Spendenaktion waren. Berger und Wieser ließen sich aber nicht von ihrem Vorhaben abhalten und zeigten am 17. März einen Filmvortrag über ihr Vorhaben. Das Interesse war derart groß, dass sich der Schulungsraum der FF Haindorf für die über 100 Besucher als zu klein erwies. Zudem eröffneten sie ein Spendenkonto und dehnten die Spendenaktion auf Niederösterreich und Oberösterreich aus. Viele Haager Bürger und Unternehmer sowie kirchliche Institutionen aus vielen Orten Niederösterreichs und Oberösterreichs hatten sich dieser Spendenaktion angeschlossen, um das 14.000 Euro teure Projekt finanzieren zu können.

Der Erfolg der Aktion war überwältigend. Weil letztlich 30.000 Euro an Spenden einlangten, wurde im von Isunjaba 600 Kilometer entfernten Lagos eine zweite Brunnenanlage in Auftrag gegeben und gebaut. Die Inbetriebnahme der zwei Bauvorhaben, deren Segnung Kaplan Marius Oluigbo vornahm, führte zu einem riesigen Freudenfest in der Bevölkerung von Isunjaba und Lagos. Als Dank für den Bau der Brunnenanlage wurden Alois Wieser und Hans Berger vom Präsidenten für die Region Isunjaba empfangen.