Haag

Erstellt am 10. Februar 2019, 05:00

von Sabine Hummer

Haagerin steckt viel Liebe in Puppenmacherei . Katharina Prinz aus Stadt Haag hat sich in ihrer Werkstatt der Puppenmacherei verschrieben.

Bei der Arbeit: Vom Entwurf bis zur fertigen Puppe sind viele Arbeitsschritte nötig. Puppenkünstlerin Katharina Prinz kann dabei ihre ganze Kreativität ausschöpfen.  |  Hummer

„Die erste Puppe muss schon etwas Besonderes sein“, dachte sich Physiotherapeutin Katharina Prinz aus Haag, als ihre kleine Tochter ins puppenfähige Alter kam. Doch ihre gesteckten Kriterien konnte kein käufliches Produkt erfüllen.

„Ich wollte meiner Tochter eine Puppe in die Hand geben, die weich ist und dem Kuschelbedürfnis entgegenkommt, und bei der ich keine Bedenken haben muss, dass sie mit Weichmachern in Berührung kommt“Katharina Prinz

„Ich wollte meiner Tochter eine Puppe in die Hand geben, die weich ist und dem Kuschelbedürfnis entgegenkommt, und bei der ich keine Bedenken haben muss, dass sie mit Weichmachern in Berührung kommt“, erzählt Prinz. Sie machte sich auf die Suche und stieß bei ihrer Internetrecherche auf die Waldorf-Puppe. Da sie selbst immer kreativ und handwerklich geschickt war, beschloss sie kurzerhand, die erste Puppe für ihre Tochter selbst zu nähen. „Ich habe die Schnitte der Waldorf-Puppe abgewandelt, dass sie für mich ansprechend waren, denn ich habe es gerne rund und mollig“, sagt Prinz.

Die idealen Stoffe zu finden, war gar nicht so einfach. Das Material musste reißfest sein, da es ja starker Beanspruchung ausgesetzt ist, und natürlich speichelfest. Katharina Prinz verwendet deshalb ausschließlich bio-zertifizierte Stoffe der Ökotex-Klasse 1, die hauptsächlich in Österreich hergestellt werden.

Sieben bis acht Stunden Arbeit pro Puppe

„Liebe auf den ersten Blick“ rief die Puppe dann nicht nur beim eigenen Töchterchen hervor, auch Freunde und Bekannte wollten unbedingt ein solches Exemplar ihr Eigen nennen. „Das Ganze hat eine Eigendynamik entwickelt“, erzählt Katharina Prinz, die in ihrem Haus mittlerweile eine Puppenwerkstatt eingerichtet hat.

Auch die Garderobe wird natürlich selbst angefertigt – mit farbenfrohen und bio-zertifizierten Stoffen.  |  Hummer

Rund sieben bis acht Stunden arbeitet sie an einer Puppe, je nach Größe und Art der Fertigung. Unzählige Arbeitsschritte sind nötig, um vom Entwurf ausgehend aus einer Schafwollkugel und etwas Stoff ein Puppenkunstwerk zu schaffen. Für die Kleinsten fertigt die Puppenkünstlerin Schnuffelpuppen ohne Haare, für größere Kinder darf es dann schon eine Gliederpuppe sein. Für die Haare verwendet Prinz Mohair- oder Alpaka-Wolle. „Beim Nähen braucht es besondere Feinheiten, damit die Puppe auch robust ist. Die Einpassung des Kopfes in den Körperteil ist jedes Mal eine Tüftelarbeit“, ist jede Prinz-Puppe ein Unikat.

Natürlich wird auch die Puppen-Garderobe selbst angefertigt und sticht durch besondere Farbenfreude ins Auge. „Es ist bewiesen, dass Babys vor allem kräftige Farben wahrnehmen, erst später können Kinder Pastelltöne erkennen. Deshalb gibt es für die Kleinsten besonders farbenfrohe Puppen, um die Entwicklung der Sehkraft zu fördern“, erklärt die Künstlerin.

Wenn doch mal ein Malheur passiert, und die geliebte Prinz-Puppe kaputt ist, dann kommt Katharina Prinz ab und zu auch als Puppendoktorin ins Spiel.

Besonders farbenfroh zur Sehkraftförderung

„Einmal hat ein Kind Friseur gespielt und alle Haare abgeschnitten. Außerdem gab es einen Fall, wo die Puppe trotz mehrfachen Waschgangs nicht mehr sauber werden wollte. Während das Kind im Tierpark war, habe ich das Gesicht neu bezogen und darauf geschaut, dass die Mimik genauso aussieht wie zuvor. Der Geruch der Puppe bleibt dabei erhalten, was für die Kinder wichtig ist“, plaudert Katharina Prinz aus dem Nähstübchen.

Gerne werden Prinz-Puppen bei Taufen, Geburtstagen oder zu Weihnachten verschenkt, oft werden die Puppen auch auf das Kind abgestimmt. „Kinder haben es zum Beispiel gerne, wenn ihre Puppe dieselbe Haarfarbe wie sie selbst hat“, weiß Prinz, für die es die größte Freude ist, wenn ihre Lieblinge von Kindern gekuschelt werden.