Hotellerie unter Druck. Vor allem in Kematen oder St. Valentin sind die Beherbergungsbetriebe von ausländischen Gästen abhängig.

Von Andreas Kössl und Peter Führer. Erstellt am 03. Juni 2020 (04:32)
Symbolbild
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Ausbleibende ausländische Gäste stellen die Herbergebetriebe vor große Herausforderungen. Wie die Rechercheplattform „Addendum“ recherchierte, hatte die Gemeinde Kematen im Vorjahr den höchsten Anteil ausländischer Gäste im Bezirk (98 Prozent). 2.451 von 2.500 Nächtigungen waren auf ausländische Gäste zurückzuführen.

„Dabei handelt es sich um Mitarbeiter, die bei der Firma Mondi, der voestalpine oder anderen Betrieben im Wirtschaftspark tätig sind und in Privatquartieren oder im Bachlerhof untergebracht sind“, klärt Bürgermeisterin Juliana Günther auf. Touristische Nächtigungen habe man nur wenige.

Tourismus-Hochburg Waidhofen/Ybbs

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Eine der drei Tourismus-Hochburgen ist die Stadt Waidhofen. Die Ybbstalmetropole weist in der Sommersaison 2019 mit 20.270 Nächtigungen hinter Amstetten und St. Valentin die dritthöchste Anzahl an Nächtigungen auf. Mit 14.716 ist der Großteil davon auf Österreicher zurückzuführen. Das sind 72,6 Prozent. „Wir haben schon einige Gäste, etwa aus Deutschland, die bei uns Urlaub am Bauernhof machen, der Ybbstalradweg als Tourismusmagnet zieht aber eher inländische Gäste an“, erklärt sich das Bürgermeister Werner Krammer. Ausländische Gäste würden in der Region eher in der Wintersaison rund um das Hochkar Urlaub machen.

St. Valentin liegt mit 76 Prozent Anteil ausländischer Gäste (16.553 von insgesamt 21.811 Übernachtungen) auf Platz drei. Internationaler Beliebtheit erfreut sich dabei das sehenswerte Garten Hotel Kerschbaumer. „Uns macht die Einzigartigkeit unseres Hauses mit Energieterrasse und Garten aus. Allerdings haben wir aufgrund der aktuellen Situation einen Einbruch von 99 Prozent, das wird sich, befürchte ich, so schnell nicht ändern“, berichtet Hausherr Friedrich Kerschbaumer. Auch Geschäftsreisende würden derzeit nur vereinzelt nächtigen.