Das Gute liegt nicht immer nah. Ingrid Vogl über die Tagesmütter-Problematik im Grenzgebiet.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 18. August 2014 (11:24)

„Ihre Kinder in besten Händen.“ Mit diesem Slogan wirbt die Aktion Tagesmütter Oberösterreich auf ihrer Homepage. Ein kleiner wichtiger Zusatzhinweis fehlt aber. Die besten Hände gibt es nämlich nur in Oberösterreich. Wer auch nur hundert Meter jenseits der Grenze wohnt, hat neuerdings maximal die zweitbesten Hände und kommt als Betreuungsperson nicht mehr in Frage.

Diese leidvolle Erfahrung mussten drei in Behamberg beheimatete Tagesmütter machen. Obwohl sie in den letzten Jahren zur vollsten Zufriedenheit Kinder aus dem Nachbarbundesland betreuten, wurden sie ohne Vorwarnung gekündigt. Eine neue Verordnung macht dem Trägerverein die weitere Beschäftigung von nö. Tagesmüttern unmöglich. Vorschrift ist Vorschrift. Dass das sinnvoll ist beziehungsweise zum Wohle der Kinder und (Tages-) Mütter passiert, ist zu bezweifeln.

Dass es immer schwieriger wird, Frauen für den Beruf der Tagesmutter zu gewinnen, sollte bei derartigen Aktionen niemanden verwundern. Irgendwann ist auch ihre Toleranzgrenze überschritten. Zurecht.