Pause für den Wolfsbacher Bassbariton . Für Michael Wagner fallen bis Juli insgesamt 24 Auftritte aus.

Von Josef Penzendorfer. Erstellt am 20. April 2020 (04:34)
Michael Wagner blickt am Kürnberg trotz Corona-Krise positiv in die Zukunft und hofft auf baldige Auftritte.
privat

Künstler trifft die Coronakrise besonders hart. So auch Sänger Michael Wagner. Seinen letzten Auftritt hatte der gebürtige Wolfsbacher am 8. März am Musiktheater Linz als Osmin in Mozarts „Entführung aus dem Serail“. Auch den Ollendorf in Millöckers „Bettelstudent“ hätte der Bassbariton in der aktuellen Saison noch mehrmals singen sollen. Zu Gurnemanz in Wagners „Parzival“ und der Uraufführung von Michael Obsts „Unter dem Gletscher“ ist es aufgrund des Veranstaltungsverbotes während der Coronakrise schon gar nicht mehr gekommen.

„Insgesamt entfallen für mich bis zum Ende der Saison Anfang Juli 24 Auftritte“, muss der zum Linzer Hausensemble zählende Sänger nüchtern feststellen. Auch er ist für Kurzarbeit angemeldet. Aber nicht nur die Theaterauftritte, auch drei Konzerte Ende April im Großen Festspielhaus Salzburg mit Bruckners „Te Deum“ gemeinsam mit dem Mozarteum-Orchester finden nicht statt. „Großveranstaltungen sind wohl am längsten von Corona betroffen und damit eben viele Künstler. Unser Land ist international bekannt für seine Hochkultur und hat auch viel davon zu bieten. Die Vorfreude auf die Wiedereröffnung aller Theater ist riesengroß, für die Protagonisten genauso wie auch für das Publikum, und dieser Umstand wird sicher auch mithelfen, diese Krise zu bewältigen“, blickt der Sänger positiv in die Zukunft.

Neue Rollen werden jetzt einstudiert

Seine aufgezwungene „Auszeit“ nutzt Michael Wagner für die detaillierte Planung zukünftiger Partien. Die Rolle des Rocco in „Fidelio“, die „Missa solemnis“ und die Lieder des Jahresregenten Ludwig van Beethoven übt er momentan unter anderem. „Dem Singen und Rollenstudium sind mehrere Stunden pro Tag gewidmet. Ich halte mich einfach gesanglich fit, indem ich meine Rollen der letzten Zeit wiederhole und neue einstudiere“, verrät der vierfache Familienvater. Er freut sich bereits auf die neue Saison, die mit September hoffentlich beginnen wird. „Denn für mich als Sänger und Gesangslehrer ist die direkte Begegnung mit Publikum oder Schüler einfach unverzichtbar“, sehnt sich Wagner seinen Berufsalltag herbei.