Für die Zukunft der Mobilität in St. Valentin. Die Magna-Teststrecke wird erweitert. Hier entsteht eine österreichweit einzigartige Teststrecke für autonomes Fahren.

Von Peter Führer. Erstellt am 23. Juni 2021 (05:48)

Vor vielen Jahren noch kaum vorstellbar, nähert es sich jetzt der Umsetzung: Autonomes Fahren, bei dem der Mensch nicht mehr selbst zum Lenkrad greifen muss. Ein großer Schritt in diese Richtung erfolgte am vergangenen Freitag.

So stand der Spatenstich für die Erweiterung der Teststrecke am Magna Power train Engineering Center Steyr auf dem Programm. Hier soll künftig die Entwicklung autonomer Fahrzeugtechnologien vorangetrieben werden.

Durchgeführt wurde der Spatenstich von den Wirtschaftslandesräten aus Niederösterreich und Oberösterreich, Jochen Danninger und Markus Achleitner, gemeinsam mit Eva Tatschl-Unterberger, Geschäftsführerin der Betreibergesellschaft DigiTrans, sowie der Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr (St. Valentin), und Bürgermeister Karl Huber (Ernsthofen). Die Teststrecke erstreckt sich über beide Gemeindegebiete.

„Grenzüberschreitende Zusammenarbeit“

„Durch den Ausbau zum Testzentrum wird nicht nur die Forschung für das Zukunftsfeld automatisiertes Fahren vorangetrieben, sondern auch der gemeinsame Wirtschaftsraum zwischen Nieder- und Oberösterreich aufgewertet. Das Testzentrum ist ein weiteres Musterbeispiel für die erfolgreiche grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Das Projekt wird eine zusätzliche positive wirtschaftliche Dynamik in der Region entfachen“, waren sich die beiden Landesräte Jochen Danninger und Markus Achleitner einig.

Danninger: Österreichweit einzigartiger Rahmen

Die Möglichkeiten, die das neue Testzentrum bieten wird, sind, wie Landesrat Danninger betonte, österreichweit einzigartig und schaffen optimale Rahmenbedingungen, um neue Gütermobilitätskonzepte entwickeln zu können. „Durch das Leuchtturmprojekt erhoffen wir uns, dass weitere Industrieunternehmen auf die Wirtschaftsregion unserer beiden Bundesländer aufmerksam werden und ihre innovativen Projekte künftig hier testen und abwickeln werden“, erklärte er.

2022 soll die Strecke fertig sein

Nach der Fertigstellung, die für Sommer 2022 geplant ist, können in St. Valentin autonome Fahrzeugtechnologien unter realen Bedingungen getestet werden. Das Gesamtinvestitionsvolumen für den Ausbau der Teststrecke beträgt rund 2,5 Millionen Euro und erfolgt mit Unterstützung des Landes Niederösterreich sowie durch EU-Mittel aus dem Europäischen Fonds für Regionalentwicklung (EFRE). Die Erprobung von automatisierten Fahrzeugen auf Teststrecken wie in St. Valentin dient als Grundlage zur Weiterentwicklung der Alltagstauglichkeit automatisierter und vernetzter Fahrzeugtechnologien.

Die Tests unter realistischen Bedingungen sind notwendig, um die maximale Verkehrssicherheit für den täglichen Einsatz im öffentlichen Straßenverkehr zu gewährleisten. Daher wird die Teststrecke auch mit den modernsten technologischen Tools ausgestattet sein, wie etwa einer europaweit einzigartigen Outdoor-Beregnungsanlage.

Betrieben wird das Testzentrum von DigiTrans. Geschäftsführerin Eva Tatschl-Unterberger unterstreicht: „Ziel von DigiTrans ist es, mit dem Ausbau der Teststrecke die Entwicklung und Umsetzung autonomer Fahrzugtechnologien weiter voranzutreiben. Vor allem Entwicklungen im Thema Sicherheit und der Vernetzung der Verkehrsteilnehmer sind für die Zukunft essenziell und können bei uns am Testgelände erprobt werden.“

Suchan-Mayr: Verkehr der Zukunft hat viele Herausforderungen

Erfreut zeigten sich auch St. Valentins Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr und Ernsthofens Ortschef Karl Huber über die Umsetzung. „Ich habe vor vier Jahren in Estland bereits einmal einen autonom fahrenden Bus gesehen und nicht geglaubt, dass wir einmal in St. Valentin eine Teststrecke bekommen werden“, schilderte etwa Suchan-Mayr- Es gebe für den Verkehr der Zukunft viele Herausforderungen. Sie erinnerte auch an eine Bürgerbefragung zu einem Ausbau der Teststrecke, die vor 20 Jahren durchgeführt wurde.

Damals fiel das Ergebnis knapp aus, das Projekt wurde von Magna dann allerdings nicht durchgeführt. Zugleich appellierte sie an Landesrat Danninger, den Magna-Standort weiter zu unterstützen, damit der Standort auch für die Zukunft gesichert ist.

Auch Ernsthofens Bürgermeister Huber sprach über ähnliche Projektideen aus dem Jahr 2001. „Damals gab es eine Kompromisslösung, doch Magna hat dann die Entscheidung getroffen, den Ausbau der Teststrecke nicht durchzuführen. Die Einigung hat gezeigt, dass es gute Lösungen gibt, wenn Politik und Wirtschaft zusammenarbeiten. Ich weiß, dass die Anrainerwünsche einen hohen Stellenwert haben, und wünsche alles Gute und viel Erfolg mit dem Projekt“, betonte er in seiner Ansprache.

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