Haag

Erstellt am 22. Januar 2019, 05:45

von Ingrid Vogl

„Ihr bildet das Herz der Gemeinde“. Erstmals wurden die „Haager des Jahres“ vor den Vorhang geholt. Anton Hengst wurde zum Ehrenbürger der Stadt Haag ernannt.

Die Philharmonie Oberes Mostviertel mit Dirigent Markus Schmidbauer sorgte für die musikalische Umrahmung des Neujahrsempfangs und begeisterte in der Stadtpfarrkirche mit Werken von Bruckner, Mascagni, Sibelius, Tschaikowski und Strauss.  |  Ingrid Vogl

Neujahrsempfänge haben im Bezirk in vielen Gemeinden Tradition. In Haag ging der Neujahrsempfang am vergangenen Freitag zum ersten Mal über die Bühne. Mit der Stadtpfarrkirche hatte man für diese Premiere einen ganz besonders stimmungsvollen Rahmen gewählt.

Aber nicht nur das neue Jahr wurde erstmals in dieser Form willkommen geheißen, auch die Auszeichnung „Haager des Jahres“ wurde zum ersten Mal vergeben.

„Die Idee war, Danke zu sagen. Wir wollen Leute vor den Vorhang holen, die in den letzten Jahrzehnten für das Wohl der Gemeinde gesorgt haben“, erklärte Bürgermeister Lukas Michlmayr.

Dass sie geehrt werden, wussten die vier Gemeindebürger nicht. Sie wurden unter verschiedenen Vorwänden zum Empfang gelockt. Umso größer war daher die Freude bei Hans und Edith Hengst, Gerhard Obermayr und Elfriede Maiss. Das Ehepaar Hengst hat sich seit 30 Jahren um den Musischen Advent verdient gemacht und durfte als Erstes den Award in Form der Landkarte von Haag in Händen halten.

„Er kennt jedes Haus in Haag und dessen Geschichte“, stellte Lukas Michlmayr den zweiten „Haager des Jahres“, Chronist Gerhard Obermayr, vor. Die dritte Auszeichnung wurde Elfriede Maiss zuteil, die seit Jahrzehnten das Brauchtum des Klöppelns und der Goldhauben weiterträgt und Teil des Freiwilligenteams des Seniorenzentrums ist.

Neben dem neu geschaffenen Award wurden noch zwei weitere Auszeichnungen vergeben. Georg Ficker wurde für sein langjähriges Engagement beim Roten Kreuz die goldene Verdienstmedaille verliehen. Die höchste Auszeichnung ging an diesem Abend aber an Obermedizinalrat Anton Hengst.

Der „Vordenker und Visionär im Bereich der Altenpflege“, wie er von Bürgermeister Lukas Michlmayr vorgestellt wurde, wurde in Würdigung seiner außerordentlichen Verdienste um die Errichtung des Seniorenzentrums mit betreutem Wohnen, Tagesbetreuung und Physikalischem Institut sowie für seinen besonderen Einsatz als Gemeindearzt und im Rettungswesen zum Ehrenbürger der Stadt Haag ernannt.

In seiner Neujahrsansprache blickte Michlmayr noch einmal zurück auf das Jahr 2018: „Ein bewegtes Jahr liegt hinter uns – mit großen Projekten, tollen Veranstaltungen und vielen wertschätzenden Begegnungen.“

So erinnerte der Stadtchef an den Umbau des Bezirksgerichts oder an die Ansiedelung von drei neuen Betrieben, die 40 neue Arbeitsplätze schufen. Den Ankauf des Wasserwerks Weinberger, das dank zweier zusätzlicher Brunnen künftig die öffentliche Wasserversorgung gewährleistet, bezeichnete Michlmayr als „historische Entscheidung“. Außerdem könne sich Haag als Tourismusgemeinde sehen lassen. „Wir haben einen neuen Nächtigungsrekord, einen tollen Theatersommer und über 200.000 Besucher im Tierpark“, freute sich der Bürgermeister.

Michlmayr blickte aber auch in die Zukunft und erklärte, dass der Bau eines Wirtschaftshofes für den Tierpark das größte Projekt für 2019 sei. „Die Finanzierung ist geklärt, das Projekt kann ausgeschrieben werden. Die Investition ist eine große, aber notwendig geworden“, betonte der Stadtchef. Zum Schluss appellierte er noch an den Zusammenhalt in der Gemeinde. „Packen wir 2019 gemeinsam an. Im Miteinander werden kleine Dinge groß, im Gegeneinander wird man große Dinge los.“