Karl Schadenhofer: Engel in der roten Jacke. Der Petrus Award wurde heuer an Karl Schadenhofer verliehen.

Von Sabine Hummer. Erstellt am 20. Januar 2020 (11:32)
Karl Schadenhofer nahm den „Petrus Award 2020“ von Bürgermeister Johannes Heuras und dem Präsidenten des Roten Kreuzes NÖ, General Josef Schmoll, entgegen.
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Der traditionelle Jahresauftakt wurde in St. Peter mit dem Neujahrsempfang der Marktgemeinde begangen, zu dem Bürgermeister Johannes Heuras Gäste aus Vereinen, Wirtschaft, Pfarre, Politik und Gesellschaft in St. Peter, neu zugezogene Bürger sowie Nachbarbürgermeister Josef Unterberger aus Wolfsbach im Festsaal des Schlosses begrüßen durfte.

Der erste Teil des Abends stand ganz im Zeichen des Rückblicks auf das vergangene Jahr. Viele Feste wurden gefeiert, zahlreiche Projekte umgesetzt – allen voran die Finalisierung der UFC-Arena, die Eröffnung der neuen Rot-Kreuz-Bezirksleitstelle, die Errichtung der Wasserversorgungsleitung Kürnberg oder das „Facelifting“ für den Gemeindeauftritt mit neuem Logo, neuer Homepage und einem neuen Layout für das Gemeinde-Infoblatt. 2019 wurde St. Peter/Au als Kinder- und Familienfreundliche Gemeinde zertifiziert.

Einen Beitrag zu dieser Auszeichnung leisten auch die zahlreichen Vereine und Organisationen mit ihrem ehrenamtlichen Engagement beim Ferienprogramm, das im Jahr 2019 mit 33 tollen Angeboten fast 400 Kinder erreichte. Bürgermeister Johannes Heuras nutzte den Anlass, um die handelnden Akteure des Ferienprogramms vor den Vorhang zu holen und ihnen Dankesurkunden zu überreichen.

Ein Großaufgebot an Rot-Kreuz-Mitarbeitern ließ es sich nicht nehmen, am Ehrentag ihres besonderen Aushängeschildes Karl Schadenhofer dabei zu sein.
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Das Ehrenamt ist auch beim Roten Kreuz eine wesentliche Stütze, wie Bezirksstellenleiterin Katharina Latschenberger vom Roten Kreuz St. Peter/Au in einem kurzen Interview verdeutlichte. Rund 40.000 Einsatzstunden wurden 2019 alleine durch die ehrenamtlichen Mitarbeiter geleistet, zusätzlich war die Errichtung der neuen Bezirksleitstelle eine Herausforderung, bei der sich die ehrenamtlichen Helfer ebenfalls mit großem Engagement eingebracht haben.

Ein besonderes Dankeschön für Freiwilligkeit und Ehrenamt wurde 2017 durch Bürgermeister Johannes Heuras mit dem „Petrus Award“ initiiert. Die wertvolle Glasskulptur, entworfen von Künstler Franz J. Rittmannsberger anhand eines Schülerprojekts und modelliert vom berühmten Glaskünstler Marco Berengo in Murano/Venedig, wurde heuer zum vierten Mal vergeben.

Award-Verleihung als Höhepunkt des Abends

„Es freut mich ganz besonders, den Petrus Award einem Menschen zu überreichen, der beim Roten Kreuz St. Peter/Au Unglaubliches geleistet hat. Er ist ein Engel in der roten Jacke - viele kennen ihn ausschließlich in seiner Rot-Kreuz-Kluft. Er hat sich selbst nie hervorgehoben, sondern im Stillen im Dienste der Mitmenschen gehandelt. Genau das sind die Menschen, die den Petrus verdient haben“, würdigte Heuras den diesjährigen Preisträger Karl Schadenhofer (67, Pensionist), der von General Josef Schmoll, dem Präsidenten des NÖ Roten Kreuzes, in seiner Laudatio vorgestellt wurde: „Ich komme heute Abend aus mehreren Gründen nach St. Peter. Wegen dir, lieber Karl, wegen des Roten Kreuzes und wegen der vielen Menschen, denen du geholfen hast.“

1987 trat Karl Schadenhofer beim Roten Kreuz St. Peter/Au ein und leistete seitdem rund 30.000 Einsatzstunden, besuchte 152 Aus- und Fortbildungskurse und hielt rund 100 Erste-Hilfe-Kurse in Firmen und Schulen. „Er hat Maßnahmen gesetzt, die weit über die Erste Hilfe hinausgehen, Maßnahmen, die notwendig sind zur Lebensrettung“, betonte Schmoll. Karl Schadenhofer stehe für jene Menschen, die rund um die Uhr, zu jeder Tages- und Nachtzeit, an Fest- und Feiertagen, im Sommer oder Winter für andere da sind.

30.000 Stunden im Dienst der Mitmenschen

„Es ist eine besondere Leistung, 30.000 Stunden Dienst zu versehen und am Ende des Tages Menschenleben gerettet zu haben. Dabei wird auch die eigene Familie oft hintangestellt“, hob Schmoll hervor. „Als Dienstführer trägst du Verantwortung, heute stehst du vor einer Vielzahl von Menschen, vor denen du nie gestanden bist, weil du dich nie in den Vordergrund gestellt hast.

„Petrus steht für Menschlichkeit“, unterstrich der Laudator, ehe Bürgermeister Heuras den „Petrus Award 2020“ an den sichtlich gerührten Karl Schadenhofer überreichte.
„Ich bin überwältigt und danke allen, die mich begleiten und begleitet haben, allen voran meiner Familie. Ich habe es immer aus Überzeugung und aus Engagement gemacht“, bedankte sich Karl Schadenhofer für die Auszeichnung.