Klimaschutz hat Vorrang in Haag. Photovoltaikanlagen, Blüh- und Grünflächen sowie der öffentliche Verkehr sollen forciert werden.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 23. Juli 2019 (04:27)
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Um in der Gemeinde etwas für den Klimaschutz zu tun, möchte Bürgermeister Lukas Michlmayr vermehrt auf den Einsatz von Photovoltaikanlagen setzen. Mit der Anlage bei der Kläranlage, deren Errichtung im Vorjahr begonnen wurde und die mittlerweile im Vollbetrieb läuft, wurde bereits eine erste Maßnahme gesetzt.

Mehr für den Klimaschutz zu tun, das hat sich Bürgermeister Lukas Michlmayr für seine Gemeinde zum Ziel gesetzt.

Einige Maßnahmen in diese Richtung wurden bereits gesetzt und haben sich bewährt, weitere werden demnächst folgen.

So wurde bei der Kläranlage eine 80 kWp-Photovoltaikanlage errichtet, die mittlerweile in Vollbetrieb ist, und mit der man den gesamten Stromverbrauch der Kläranlage erzeugt.

Weitere Anlagen in Planung

„Die Anlage amortisiert sich in sechseinhalb Jahren und für die Umwelt rechnet sie sich ab dem ersten Tag“, ist Michlmayr überzeugt, damit einen richtigen Schritt gesetzt zu haben. Und bei dem einen soll es nicht bleiben.

„Wir werden uns anschauen, wo es Sinn macht, weitere Anlagen zu errichten. Immer unter dem Gesichtspunkt des Eigenverbrauchs“, betont der Bürgermeister.

Anfang des Jahres wurde Haag zudem zur „Natur im Garten“-Gemeinde und man verzichtet daher auf Glyphosat im öffentlichen Raum. „Wir möchten der Natur auch wieder Flächen zurückgeben“, erklärt Michlmayr, warum man Blumenwiesen für Bienen schaffen wird.

„Die Anlage amortisiert sich in sechseinhalb Jahren und für die Umwelt rechnet sie sich ab dem ersten Tag.“Bürgermeister Lukas Michlmayr über die Photovoltaikanlage bei der Kläranlage.

Im Hof der HLW wurde dies bereits erfolgreich getestet, nun wird man im Bereich des Freilichtmuseums und entlang von Straßenböschungen ebenfalls Blühflächen stehen lassen, die nicht mehr ständig gemäht werden.

Außerdem wird es im Herbst eine große Baumpflanzaktion geben. Entlang der B42 in der Nähe der Fußgängerampel wird eine gemeindeeigene Fläche in der Größe von rund tausend Quadratmetern mit Laubholz aufgeforstet.

„Wir werden eventuell auch Bänke hinstellen und so einen kleinen Naherholungsbereich schaffen“, verrät der Stadtchef.

Fokus auf öffentlichen Verkehr

Ein Schwerpunkt der Klimaschutzaktivitäten der Gemeinde betrifft den öffentlichen Verkehr. Um den Haagern den Umstieg vom eigenen Auto auf den öffentlichen Bus schmackhaft zu machen, wurde das Angebot stark verbessert.

„Wir haben es geschafft, den regionalen Busverkehr an die Bahn anzu binden und haben den Busbetrieb so umgestaltet, dass er an den Zugplan gekoppelt ist“, erklärt Michlmayr.

Außerdem fährt der Haager Stadtbus jetzt stündlich einen Rundkurs und kann daher auch von Pendlern und Schülern aus Holzleiten genutzt werden. Angenommen wird auch die neue Verbindung vom Bahnhof zum Tierpark.

„Beim Zugticket nach Haag ist der Stadtbus mit dabei“, weist Michlmayr auf die Vorteile für Schulgruppen, die einen Ausflug zum Tierpark unternehmen wollen, hin.

150 neue Arbeitsplätze im Betriebsgebiet

Eine gute Nachricht hat der Bürgermeister auch für alle, die im Betriebsgebiet ihren Arbeitsplatz haben. „Dort sind zuletzt 150 neue Arbeitsplätze entstanden und das Betriebsgebiet wird noch wachsen. Dort brauchen wir einen öffentlichen Anschluss“, stellt Lukas Michlmayr klar.

Bisher fuhr die Linie Richtung Steyr am Betriebsgebiet vorbei. Künftig soll sie so abgeändert werden, dass sie durch das Betriebsgebiet durchführt. „Mit dem Fahrplanwechsel soll es dort noch heuer eine Haltestelle geben“, verspricht der Bürgermeister.