Eine lange Nacht im Kloster. Das Stift Seitenstetten eröffnete im Rahmen der „Langen Nacht der Museen“ die neue Äbtegalerie.

Von Josef Penzendorfer. Erstellt am 12. Oktober 2019 (03:02)
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Für die von Schülern der 6AB-Klasse inszenierte Lesung unter dem Titel „… und das Wort ward Licht“ in der erstmals erleuchteten Stiftsbibliothek zeichneten zur Freude von Abt Petrus (rechts) Melanie Leitgeb (links stehend), Lucia Kößl (links knieend) und Harald Tanzer (4. von links) verantwortlich.

Es war die bereits 20. „Lange Nacht der Museen“ am 5. Oktober und auf Einladung des ORF beteiligte sich heuer daran erstmals auch das Stift Seitenstetten mit einem großartigen Abendprogramm und einem besonderen Höhepunkt: der offiziellen Eröffnung und feierlichen Enthüllung der neuen Äbtegalerie.

Interaktive Einblicke in das Stift

Nach einjähriger Vorbereitungszeit wurden die 900-jährige Hausgeschichte sowie auch die Gegenwart des Stiftes in einer zeitgemäß gestalteten Galerie mit 16 großflächigen Bildern dargestellt, die am Samstag von Abt Petrus Pilsinger und Stiftshistoriker Pater Jacobus Tisch in beeindruckender Manier präsentiert wurden. „Pro Jahrhundert habe ich einen Abt ausgewählt, der die Zeit nachhaltig geprägt hat und dessen Wirken auch auf die Gegenwart noch von großer Bedeutung ist“, weiß Pater Jacobus zu berichten. „Der Abteigang ist frei zugänglich, der Besucher kann sich also einen guten Eindruck auch darüber machen, was denn heute die verschiedenen Betätigungsfelder der 28 Mönche sind – von der Seelsorge in den 14 Stiftspfarren über die Wirtschaftsbetriebe, Kultur oder auch das Gymnasium“, ergänzt Abt Petrus, der 63. Abt dieses traditionsreichen Hauses.

Nach diversen Sonderausstellungen lädt diese Dauerausstellung in modernem Design nun also zu einer Zeitreise durch die über 900-jährige Geschichte des Klosters ein. „Entdecken, entschlüsseln, bestaunen“ lautete das Motto des auf die Eröffnung folgenden hochkarätigen Programms der „Langen Nacht der Museen“.

Ob bei Workshops zu den Themen „Die Spuren der Wissenschaft entdecken“, „Kirche bei Nacht: Verborgene Zeichen entschlüsseln“ oder „Die Schatzkammer: das Reich des Mesners bestaunen“ – überall gab es Interessantes zu erfahren. Erstmalig gab es auch Licht in der wunderbaren Stiftsbibliothek, präsentierten doch ebendort Schüler des Stiftsgymnasiums in einer außergewöhnlichen Lese-Inszenierung auf beeindruckende Art und Weise moderne Zugänge zu den großen Themen der Weltliteratur mit Verweisen auf die Geschichte des Klosters und Bezug zum Troger-Deckengemälde.

Orgelkonzert, Meditation, Filmvorführungen, Kinderprogramm, aber auch das Abendcafé im Kreuzgangstüberl nicht nur mit Klostersuppe rundeten diesen tollen Abend in der nächtlichen Atmosphäre des Stiftes ab.