Wirbel um Jetski-Strecke auf der Donau. Sportverein stellte Antrag auf Jetski-Strecke bei St. Pantaleon. Anrainer liefen dagegen Sturm.

Von Daniela Führer. Erstellt am 18. Juni 2019 (06:34)
Führer
Mittels Unterschriftenliste oder auch über dieses Plakat taten die Anrainer ihre Abneigung gegenüber einer angedachten Jetski-Trainingsstrecke auf der Donau kund.

Hitzige Zeiten, nicht nur aufgrund der Temperaturen, durchleben die Gemeindebürger von St. Pantaleon-Erla aktuell. Neben dem Projekt neue Donaubrücke samt geplanter Trasse quer durch das Gemeindegebiet wurde in der Vorwoche noch ein weiteres Thema heiß diskutiert. Und zwar stand der Antrag eines Vereins, eine Jetski-Trainingsstrecke auf der Donau zu etablieren, im Raum. Dieser wurde bei einer schifffahrtsrechtlichen Verhandlung der Bezirkshauptmannschaft am vergangenen Mittwoch am Gemeindeamt St. Pantaleon thematisiert.

Möglich machte diesen Antrag eine Änderung in der Schifffahrtsanlagenverordnung vom 10. April dieses Jahres. „Darin wurden mögliche Bereiche für Waterbike-Zonen auf der Donau definiert. Ein möglicher Bereich liegt demnach eben zwischen St. Pantaleon und der Gemeinde Naarn, der zweite im Gemeindegebiet von Ardagger bei der Insel Hochau“, erklärt Bezirkshauptfrau Martina Gerersdorfer auf NÖN-Nachfrage.

Feuerwehr trainiert auf der Strecke fast täglich

Gegen dieses Vorhaben liefen viele Anrainer in St. Pantaleon Sturm. Eine Bürgerinitiative formierte sich und sammelte über 100 Unterschriften gegen die angedachte Jetski-Strecke.

Diese blieben nicht ohne Gehör: „Wir stehen hier als Gemeinde klar hinter unseren Bürgern und haben uns daher auch klar gegen das Projekt ausgesprochen“, erklärte Bürgermeister Rudolf Divinzenz und ergänzt: „Außerdem besteht entlang der geplanten Strecke ein Naherholungsgebiet, das von vielen Erholungssuchenden genutzt wird. Eine derartige Jetski-Strecke würde hier nicht hinpassen“, ist er überzeugt.

Bedenken seitens der Feuerwehr

Ebenso Bedenken kamen vonseiten der Feuerwehr. Bezirksfeuerwehrkommandant-Stellvertreter und Kommandant der FF Ernsthofen, Josef Fuchsberger, erklärt: „Wir haben prinzipiell nichts gegen die Burschen und verstehen auch, dass sie eine Strecke haben möchten, wo sie ihren Sport ausüben können. Aber es gibt einfach zwei Argumente, die aus unserer Sicht hier gegen eine Jetski-Trainingsstrecke sprechen. Zum einen haben wir hier eine Ausbildungs- und Trainingsstrecke für unsere Zillenfahrer.

Von April bis Ende August wird da beinahe täglich auf der Donau trainiert“, sagt Fuchsberger. Der noch gewichtigere Grund liege jedoch in möglichen Konflikten im Alarmfall: „Genau wo die Jetski-Strecke anfangen würde, haben wir unsere Slipstelle, also die Bootseinfahrt für die Feuerwehr. Hier wassern vier Feuerwehren mit Motorbooten. Da müssen wir zum Teil mit großen Gefährten in die Donau und wenn ein Alarm eingeht, muss alles ganz schnell gehen“, erklärt Fuchsberger weiter. Dass man sich dann im Weg sein könnte, sei wohl möglich.

Die mündliche Verhandlung am Mittwoch führte nach Einbringen aller Einwände und Bedenken einstweilen zu einem vorläufigen Ende des Verfahrens: „Dieses wurde erstmals ruhend gestellt. Der Antragsteller hat die Bedenken genauestens aufgenommen und überlegt jetzt für sich, wie es weitergehen soll“, berichtet Bezirkshauptfrau Martina Gerersdorfer.

Umfrage beendet

  • Versteht ihr die Aufregung um geplante Jetski-Trainingsstrecke?