Donaubrücke: Unmut gipfelt nun in Resolution. Pläne des Landes zur Mauthausner Donaubrücke stoßen weiterhin auf Widerstand. Sechs Forderungen formuliert.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 02. Juli 2019 (05:47)
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Die vom Land präsentierten Trassen stießen beim Gemeinderat und bei der Bevölkerung auf große Kritik. Dies war ausschlaggebend für die Resolution, die der Gemeinderat am Montag verabschiedete.

Am 20. September 2018 wurde im NÖ Landtag das Projekt neue Donaubrücke Mauthausen mit voraussichtlichen Kosten von 125 Millionen Euro grundsätzlich genehmigt und die NÖ Landesregierung zur Durchführung der erforderlichen Maßnahmen, insbesondere der weiteren Schritte zur Umsetzung, ermächtigt. Wie das Projekt umgesetzt werden soll, stößt in den betroffenen Gemeinden aber auf heftigen Widerstand, wie bei der Trassenpräsentation des Landes (die NÖN berichtete) mehr als deutlich wurde.

Die vorliegenden Anbindungsvarianten der neuen Brücke sollen und dürfen so nicht umgesetzt werden, ist sich der St. Valentiner Gemeinderat daher einig und verabschiedete in der Sitzung am Montag der Vorwoche einstimmig eine Resolution. „Die Bürger unserer Region sollen vor unnötigen, weiteren Belastungen durch den Verkehr (Lärm-, Staub-, Geruchs- und Abgasemissionen) sowie die Umwelt vor unnötigen verbauten und versiegelten Flächen sowie der österreichische Staat an sich vor Schaden bewahrt werden“, heißt es in dieser Resolution, die an die Landeshauptleute und Verkehrslandesräte von Ober- und Niederösterreich, an die ÖBB, den Verkehrsminister und die Geschäftsleitung der Asfinag ergeht.

„Wir wollen verhindern, dass die Stadt vom Transit überrollt wird"

„Wir wollen mit dieser Resolution erreichen, dass zwischen allen beteiligten Parteien in einem gemeinsamen Dialog ein umweltverträgliches und bürgerfreundliches Verkehrskonzept umgesetzt wird“, erklärte Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr. Konkret formulierte man sechs Punkte, die aus Sicht der St. Valentiner berücksichtigt werden müssten (siehe unten).

Neben der Nutzung und dem Ausbau des vorhandenen Verkehrsnetzes ist den St. Valentinern vor allem die Erstellung eines gesamtheitlichen Verkehrskonzeptes für den OÖ Zentralraum mit dem betroffenen Bezirk Amstetten und die ständige Information der Gemeindeverantwortlichen bezüglich Planungs- und Entscheidungsprozessen wichtig.

„Wir wollen verhindern, dass die Stadt vom Transit überrollt wird. Dass die Interessen Oberösterreichs andere sind als unsere, mag sein. Aber, wenn Oberösterreich den Verkehr nicht will, dann wollen wir ihn auch nicht“, brachte es Andreas Pum auf den Punkt. „Es ist eine positive Entscheidung, dass die Varianten jetzt auf Eis gelegt wurden. Das gilt auch für den Brückenbau“, erklärte Pum. Auch für Johannes Lugmayr (FPÖ) ist die Resolution „ein vollkommen richtiger Schritt“.