Hochwasserschutz als „größtes Projekt im Mostviertel“. Rückhaltebecken Erlabach wird bis zu elf Meter tief und ein Volumen von 730.000 Kubikmetern aufweisen.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 10. Oktober 2019 (03:38)
Vogl
Die ÖVP-Stadträte Andreas Pum und der für den Hochwasserschutz zuständige Karl Bunzenberger (von links) vor einem Teil des 14 Hektar großen Grundstückes in Gutenhofen, auf dem das riesige Rückhaltebecken für das Hochwasserschutzprojekt Erlabach vorgesehen ist.

Nicht nur die Donaugemeinden wissen, was es bedeutet, von Hochwasser betroffen zu sein. In St. Valentin ist es der Erlabach, der bei Starkregen zu einem reißenden Fluss werden und für Überflutungen des Stadtgebietes sorgen kann. Damit dies künftig nicht mehr möglich sein wird, soll ein Rückhaltebecken im Bereich Gutenhofen errichtet werden. „Es wird dreimal so groß wie jenes in Seitenstetten und ist das mit Abstand größte Projekt im Mostviertel“, erklärt der für den Hochwasserschutz zuständige Stadtrat Karl Bunzenberger (ÖVP).

Büro Lang
Das rund um das rot eingezeichnete Rückhaltebecken Erlabach (links) liegende Umland (blau markiert) wird auch weiterhin als Überflutungsfläche genutzt werden. Gelb markiert sind die Flächen im Stadtgebiet, die durch das Becken mindestens bis zu einem 100-jährlichen Hochwasserereignis hochwasserfrei werden. Die rechte blaue Fläche im Stadtgebiet kennzeichnet die Überflutungsfläche der Kreuzrunse, wo mit dem Rohrberg-Beckenbereits eines von drei geplanten Becken umgesetzt wurde.

Die Dimensionen des Projekts sind wahrlich gewaltig. Die ursprünglich geplante Fläche von sechs Hektar wurde mittlerweile auf 14 Hektar ausgeweitet. An seiner tiefsten Stelle wird das Becken bis zu elf Meter tief sein. Es wird aus einem Vorbecken, das mit einem Volumen von 30.000 Kubikmetern für kleinere Hochwasserereignisse ausreichen soll, und einem Hauptbecken bestehen. Dieses wird 700.000 Kubikmeter fassen. Das gesamte Gebiet zwischen Langenhart und der Eisenbahn wird als Überflutungsgebiet dienen. In Summe werden durch das riesige Rückhaltebecken 235 Objekte geschützt. Die Kosten für die reinen baulichen Maßnahmen sind mit zwölf Millionen Euro kalkuliert. Das Gesamtprojekt inklusive Grundankäufen wird sich auf 16,5 Millionen Euro belaufen und wird zu 85 Prozent gefördert.

Bis zur tatsächlichen Umsetzung des Projekts wird es aber noch einige Zeit dauern, denn die Fördermittel des Landes sind bereits bis 2024 für andere Projekte reserviert. „Bis Ende des Jahres wollen wir in die wasserrechtliche Bewilligung gehen“, erklärt Bunzenberger den weiteren Zeitplan. Dass man nun diesen Schritt gehen kann, wurde in der letzten Gemeinderatssitzung mit dem Abschluss von Vereinbarungen für die für das Rückhaltebecken notwendigen Grundstücksankäufe und Grundstückstauschgeschäfte fixiert.

Hagmüller kritisiert die Entwicklung des Projekts

Dem letztendlich einstimmigen Beschluss gingen jedoch heftige Vorwürfe von SPÖ-Stadtrat Patrick Hagmüller voraus: „2016 waren es sechs Hektar Fläche, heute beschließen wir 14 Hektar Fläche. Ich bin gespannt, ob wir die Fahnenstange jetzt erreicht haben.“ Wie groß die Fläche sein müsse, entscheide nicht er, sondern das Land, rechtfertigte sich Karl Bunzenberger. „Als politisch Verantwortlicher ist man da von Sachverständigen abhängig. Auf Basis der aktuellen Daten braucht man so viel Fläche“, ergänzte Bunzenbergers Parteikollege Gerhard Schafelner.