Klimaschutz hat Priorität. Gemeinderat verabschiedete eine Resolution mit 14 Maßnahmen.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 08. Oktober 2019 (04:02)
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Als Abschluss der internationalen „Week for Future“ fand auch in St. Valentin eine Demonstration für den Klimaschutz statt. Sie startete am Hauptplatz, wo die Teilnehmer ihre Wünsche mit Straßenmalkreiden am Boden festhielten und dann durch die Hauptstraße bis zum Forster-Platz und wieder zurückzogen.

Mit der Resolution „Plastikfreie Gemeinde“ schlüpfte St. Valentin vor fast genau einem Jahr in eine Vorreiterrolle und fand in ganz Österreich Nachahmer, die auch vermehrt auf den Einsatz von Einwegplastik verzichten wollen. In der letzten Gemeinderatssitzung verabschiedete man in St. Valentin erneut eine Resolution und legte damit ein Bekenntnis zur Eindämmung der drastischen Folgen des Klimawandels als Aufgabe von höchster Priorität ab.

„Wir haben uns überlegt, ob St. Valentin den Klimanotstand beschließt. Das wollten wir nicht, sondern eine Resolution mit konkreten Maßnahmen“, schildert Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr (SPÖ). Dass es in den Jahren 2013, 2015 und 2017 in Österreich mehr Hitzetote als Verkehrstote gab und die vergangenen vier Jahre die wärmsten seit Beginn der Messgeschichte waren, war einer der Anlässe, um aktiv zu werden. Dass es durch den fortlaufenden Temperaturanstieg zu immer stärkeren Niederschlägen, mehr Hagel, aber auch mehr Dürreperioden kommen wird, war ein weiteres Alarmsignal. So formulierte man 14 Maßnahmen, die in der Gemeinde umgesetzt werden sollen. „Bei einigen Maßnahmen wie etwa der 30 km/h-Beschränkung auf Gemeindestraßen sind wir in St. Valentin schon sehr weit“, betonte Suchan-Mayr. Außerdem habe man auf allen öffentlichen Dächern bereits Photovoltaikanlagen montiert, ergänzte die Bürgermeisterin.

Resolution ist den Grünen zu wenig

Die in der Resolution formulierten Maßnahmen reichen von der Schaffung von Versickerungsflächen über Baumpflanzungen oder den Ausbau des lokalen Radwegenetzes bis hin zu Fassaden- bzw. Dachbegrünung oder CO2-neutralem Bauen und Sanieren.

„Die Resolution soll Anlass sein, die Latte höher zu legen und mehr zu tun“, erklärte Andreas Pum (ÖVP). Den Grünen ging die Resolution hingegen nicht weit genug. „Das ist nett, aber zu wenig. Das reicht uns nicht. Wir wünschen uns konkrete Maßnahmen und nicht immer nur Resolutionen, die einen guten Lack machen“, kritisierte Monika Oberradter. Die Freiheitlichen konnten mit einigen Punkten gar nicht leben. „Die Forderung des 365-Euro-Tickets für den öffentlichen Verkehr hat im Gemeinderat nichts verloren. Das ist keine Angelegenheit des Gemeinderats“, stellte Johannes Lugmayr klar. Auch mit dem Wunsch nach Verwendung von Regentonnen und Zisternen konnte sich Lugmayr nicht anfreunden. „Eine Zisterne kostet viel Geld. Das ist eine Belastung für die Leute, die in St. Valentin bauen. Da können wir nicht mitgehen“, kündigte er ein Veto der Freiheitlichen an.

Die Resolution wurde letztendlich mit zwei Gegenstimmen der FPÖ und einer Stimmenthaltung bei den Grünen beschlossen.