Neuer Pfarrverband: „Das Herz klopft schon schneller“. Seit 1. September bilden die Pfarren St. Valentin, Langenhart, Erla und St. Pantaleon einen Pfarrverband.

Von Daniela Führer. Erstellt am 17. September 2019 (04:25)
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Dechant Pater Jacobus Tisch, Pfarrverbandsleiter Moderator Herbert Reisinger, Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr, „Altpfarrer“ Johann Zarl, Unterstützungs-Priester Isaac Padinjarekuttu und Diakon Manuel Sattelberger (von links) feierten am vorletzten Sonntag mit vielen Gläubigen die Vorstellungsmesse. Lechner

Seit zwei Wochen sind die Pfarren St. Valentin, Langenhart, Ernsthofen, St. Pantaleon und Erla bereits unter einem Dach vereint – als größter Pfarrverband im gesamten Mostviertel unter dem verbindenden Namen „Pfarrverband Enns-Donau-Winkel“. Der Lan-genharter Moderator Herbert Reisinger steht diesem Pfarrverband vor.

Im NÖN-Interview zieht er ein erstes Resumee nach zwei arbeitsintensiven Wochen: „Das Herz klopft schon ein wenig schneller“, berichtet er. „Es kommen doch manch‘ besorgte Stimmen auf mich zu, aber auch viele Ermutigungen, dass wir das gemeinsam schon schaffen“, erzählt Reisinger weiter.

Indischer Priester auf Sabbatical in Österreich

Unterstützt wird er bei der Arbeit in großem Ausmaß von den Pfarrsekretärinnen: „Sie sind sehr gut organisiert und nehmen mir viel Planungsarbeit ab – ich habe zur Zeit schon einen gut gefüllten Terminkalender!“

Ebenso stehen ihm Diakon Manuel Sattelberger sowie der frisch pensionierte „Altpfarrer“ von St. Valentin, Johann Zarl, zur Seite. „Er hat uns die Bereitschaft zugesichert, auch weiter mitzuarbeiten, wenn wir ihn brauchen. Es ist gut zu wisssen, dass man ihn auch weiterhin fragen kann. Rat auf Draht bei Pfarrer Zarl: Das hat auch früher schon so funktioniert“, sagt Reisinger schmunzelnd.

Als Priester unterstützt ihn nun auch für ein Jahr der indische Geistliche Isaac Padinjarekuttu aus Indien. Der 62-Jährige ist im Rahmen eines Sabbaticals ein Jahr lang in Österreich. Über seinen Neffen, der bereits mehrere Jahre als Pfarrer in Ferschnitz und Euratsfeld wirkt, fand er den Weg ins Mostviertel. „Ich war im Jänner bei ihm in Ferschnitz zu Besuch und er hat mir vorgeschlagen, nach Österreich zu kommen“, berichtet der Priester.

Er spricht auch sehr gut Deutsch, da er einige Jahre in Deutschland verbracht und in Frankfurt 1993 sein Studium abgeschlossen hat. Danach war er in Indien in der Priesterausbildung tätig, unterrichtete in Priesterseminaren, aber auch an der Hochschule.

Weniger Gottesdienste unter der Woche

Konkrete Neuerungen im Pfarrverband betreffen einerseits die Häufigkeit der Gottesdienste: „Unter der Woche wird es nicht mehr so viele Gottesdienste geben und die Vorabendmesse findet jetzt fix nur noch in Langenhart statt. Früher gab es in der Stadtgemeinde zwei Vorabendmessen“, erklärt Reisinger.

Zum anderen sind in allen fünf Pfarren künftig Wortgottesdienstleiter im Einsatz. „Wir wollen auch noch mehr Menschen finden, die diese Aufgabe übernehmen und dabei ihre Gaben und Fähigkeiten bewusst einbringen wollen“, sagt Reisinger.

Er blickt dahingehend auch zuversichtlich in die Zukunft der Pfarren: „Ich bin überzeugt und vertraue darauf, dass es noch mehr lebendige Zellen des Christseins gibt“, analysiert er. Und der Pfarrverband verbindet schon jetzt: „Es kommen jetzt Leute über Pfarrgrenzen hinaus zusammen, die das vorher nicht sind“, erzählt Herbert Reisinger.

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