Bauernhof-Urlaub: Krise als Chance auf neue Stammgäste. Tourismus-Ministerin Elisabeth Köstinger sieht Höfe wie jenen von Familie Gruber-Ellinger heuer im Vorteil gegenüber städtischen Betrieben.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 04. Juni 2020 (03:50)
Ein kleiner Streichelzoo macht den Hof der Gruber-Ellingers – am Bild Franz und Elisabeth Gruber-Ellinger mit ihren Töchtern Miriam, Anna und Luisa – zu einem wahren Paradies für Tierliebhaber und Familien mit Kindern.
Adelberger-Schörghuber

Umgeben von Feldern, Wiesen, Obstbäumen und einem eigenen Damwildgehege liegt der Vierkanthof der Familie Gruber-Ellinger mitten im Grünen. Beim Hof angekommen, wird man gleich von den Ziegen Mecki, Sissi und Lilli begrüßt. Neugierig kommen sie zum Zaun und freuen sich über Futter und Streicheleinheiten. Neben dem Ziegengehege hoppeln Hasen und Meerschweinchen Moritz vergnügt umher.

Auch eine gackernde Hühnerschar sowie jede Menge Katzen – darunter vier vor drei Wochen geborene Babykatzen – leben mit den Gruber-Ellingers am Bauernhof. „Das ist ja ein Paradies“, fasste Tourismus-Ministerin Elisabeth Köstinger ihre Eindrücke zusammen, als sie dem 1930 erbauten Vierkanter anlässlich der Wiedereröffnung der Beherbergungsbetriebe am vergangenen Donnerstag einen Kurzbesuch abstattete.

Urlaub am Bauernhof-Geschäftsführer Hans Embacher, Tourismus-Ministerin Elisabeth Köstinger und Urlaub am Bauernhof-Obmann Johann Hörtnagl (von links) im Innenhof des Vierkanters der Familie Gruber-Ellinger.
Vogl

Seit 25 Jahren kann man bei den Gruber-Ellingers auch Urlaub am Bauernhof machen. Drei gemütliche Ferienwohnungen, ein Frühstücks- und Aufenthaltsraum sowie ein Eldorado für Kinder mit Spielzimmer, Kinderspielplatz, Tischtennistisch, Wuzzler und einem ganzen Fuhrpark an Kinderfahrzeugen erwarten die Gäste. „Unsere Hauptzielgruppe sind Familien mit Kindern“, erklärt Betriebsführerin Elisabeth Gruber-Ellinger.

„Wir haben viele Stammgäste, die auch wegen unserer Kinder kommen“, verrät die dreifache Mutter. Vor allem Städter aus Wien, München oder Salzburg zählen zur Stammklientel, die mittlerweile nicht mehr nur wie früher übers Wochenende bleibt, sondern eine ganze Woche am Hof in Heimberg verbringt.

Erste Gäste kommen schon nach Pfingsten

Die Coronakrise ging aber auch an den Gruber-Ellingers nicht spurlos vorüber. So können Gäste aus Deutschland ihre Pfingstferien aufgrund der Reisebeschränkungen nicht wie geplant im Mostviertel verbringen. Trotzdem wird es diese Woche bereits die ersten Gäste geben und es gibt auch schon Buchungen für den Sommer. „Manche Gäste haben schon im Winter für den Sommer gebucht. Neubuchungen haben wir aber noch keine. Die Leute sind noch vorsichtig“, weiß Elisabeth Gruber-Ellinger.

Vorkehrungen, um den Gästen einen sicheren Urlaub bieten zu können, hat man jedenfalls getroffen. Desinfektionsmittelspender sind Standard, außerdem werden sich nie mehrere Familien gleichzeitig im Frühstücksraum aufhalten, weshalb man auch auf das Tragen von Masken verzichten kann. „Wenn ich Urlaub machen möchte und mich dabei sicher fühlen möchte, dann würde ich auf einen Bauernhof fahren. Sicherheitsabstände sind da leicht einzuhalten“, macht Elisabeth Gruber-Ellinger Werbung für die Urlaub am Bauernhof-Betriebe.

Ins gleiche Horn stoßen mit Johann Hörtnagl und Hans Embacher auch der Obmann und der Geschäftsführer von Urlaub am Bauernhof. Man rechne heuer damit, dass mehr Menschen Urlaub im eigenen Land machen und somit auch neue Gäste auf die Ferienbauernhöfe kommen. „Wir sehen das als Chance, um sie zu überzeugen und längerfristig als Stammgäste für den Bauernhof zu gewinnen“, berichtet Hörtnagl.

Das Interesse an dieser Urlaubsform sei derzeit jedenfalls groß. In den ersten zwei Wochen der groß angelegten Werbekampagne für Österreich-Urlaub gab es 8.000 konkrete Gästeanfragen. Und das Angebot ist groß. Österreichweit gibt es 9.895 Betriebe mit Urlaub am Bauernhof-Angebot. „Das ist jeder siebente Tourismusbetrieb in Österreich“, betont Hörtnagl. Dass Betriebe am Land heuer im Vorteil sind, im Vergleich zur Hotellerie in den Städten, davon ist Ministerin Köstinger überzeugt. „Die Prognose ist für Urlaub am Bauernhof heuer sicher besser als in anderen Branchen.“