Eine prickelnde Inszenierung. Deftig geht es im Theaterkeller zur Sache, wo Regisseur Martin Dreiling „Glamour, Gauner und Juwelen“ auf die Bühne bringt.

Von Leopold Kogler. Erstellt am 14. Februar 2019 (05:32)
Fuchs
Christopher Schulzer, Sieglinde Hauser, Irmi Gruber, Peter Woy, MichaelZintl-Reburg und Bernhard Oppl (von links) begeisterten bei der Premiere von „Glamour, Gauner und Juwelen“ im Haager Theaterkeller.

Viel gewollt hat Martin Dreiling, der seine zweite Regiearbeit im Theaterkeller abliefert, mit seiner turbulenten und raffiniert gestrickten Inszenierung von Robin Hawdons Komödie „Glamour, Gauner und Juwelen“. Und in der Tat ist es ihm gelungen, die glitzernde Welt der Stars nicht nur vorzuführen, sondern die Welt der Intrigen und Affären aufeinanderprallen zu lassen.

Neben Verdächtigungen und Verwechslungen, Irrungen und Anzüglichkeiten, bietet der Abend jede Menge Aufdeckungen der Scheinwelt. Da wird nicht nur Schmuck gestohlen, da wird nicht nur jeder einer Affäre beschuldigt, da wird gelogen, was das Zeug nur hält, da werden Erdnüsse vergiftet und natürlich wird auch geschossen.

Die ganze Geschichte, die bei den Filmfestspielen von Cannes angesiedelt ist, geht trotz einiger kleiner Längen auf, weil das Triebhafte als Antrieb funktioniert, der Stoff diese Lesart mühelos zulässt und ein hervorragendes Ensemble auf Sinneslust und Verwechslungsfrust getaktet ist. Immer wieder scheint ein Skandal zu platzen, doch dieser soll auf alle Fälle vermieden werden. Die Besetzung der rasanten und mörderisch charmanten Komödie agiert mit feurigem Eifer und vermag durch Spielfreude zu überzeugen.

Besetzung überzeugt mit ihrer Spielfreude

Grandios Bernhard Oppl als Monsieur Boniface, ein lockenköpfiger Hoteldirektor, der bemüht ist, den Skandal um einen Juwelendieb aufzudecken. Er feuert französich-deutsche Wortkaskaden stakkatoartig ab und er fesselt mit einer unbändig komischen Art, immer an der Grenze zur Überdrehtheit. Eine Komödienklasse für sich auch Michael Zintl-Reburg als Schauspielkollege Adam von der hochdekorierten Mimin Grace Gervaise.

Irmi Gruber in der Rolle der Betrogenen, der „Vergifteten“, der Mörderin und der gefeierte Star des Abends glänzt mit detektivischen Gelüsten. Alles andere als verlegen ihr Ehemann und Manager Oscar, Peter Woy. Er mäandert raffiniert durch das Geschehen, liefert entzückende Pointen und steht in den Tiraden von Beschimpfungen seiner Frau Grace keinen Deut nach. Christopher Schulzer als ausgefuchster Juwelendieb und Sieglinde Hauser als kesse Assistentin agieren mit exaltierter Ausdruckskraft. Große Begeisterung für einen prickelnden Theaterabend voll Skurrilem und Amourösem.