Herausforderung im "Corona-Semester" bestens bewältigt. Homeschooling bestimmte auch den Alltag der Schüler der ASO Haag. Sie kamen mit der Situation sehr gut zurecht.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 08. Juli 2020 (04:07)
Homeschooling war für alle Schüler im heurigen Jahr eine Neuheit und eine besondere Herausforderung. Dass die Schüler der ASO Haag die Situation bravourös gemeistert haben, macht Direktorin Elisabeth Mayer ganz besonders stolz.
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Es war ein Schuljahr wie kein anderes, das am vergangenen Freitag ohne große Schulschlussfeiern zu Ende ging. Homeschooling und E-Learning lautete seit Mitte März die Devise für Schulkinder jedes Alters – auch in der Allgemeinen Sonderschule (ASO) in Haag, wo die Frage, wie man mit der Situation umgehen soll, anfangs für etwas Kopfzerbrechen sorgte. „Die Coronazeit war für alle Schularten eine Herausforderung, für uns aber ganz besonders“, erklärt Direktorin Elisabeth Mayer.

Das liegt einerseits daran, dass man sich unter anderem um Kinder aus schwierigen sozialen Verhältnissen und um Kinder, die die Corona-Problematik intellektuell nicht verstehen können, kümmert. Andererseits gibt es in der Sonderschule eine Vielfalt wie in keinem anderen Schultyp. 85 Schüler zwischen sechs und 17 Jahren besuchen aufgeteilt auf 13 Klassen die ASO Haag. Und es gibt nicht nur einen Lehrplan zu erfüllen, sondern jenen für die Volksschule, die Sonderschule, die Mittelschule, für erziehungsschwierige Kinder, für Kinder mit erhöhtem Förderbedarf und für das Berufsvorbereitungsjahr.

Es gab kein Kind, das nicht erreichbar war

Aber gerade diese Vielfalt entpuppte sich während der Coronakrise letztendlich sogar als Vorteil. „Ich habe das Gefühl, dass wir jetzt etwas ernten, was wir mit unserem individuellen Zugang gesät haben. Der Ertrag war genial. Es gab mühsame, aber auch viele schöne Momente und viel Menschenbildendes“, ist die Schulleiterin stolz darauf, wie ihre Schüler die schwierige Situation für sich gemeistert haben.

Sie waren es nämlich auch schon vor Corona gewohnt, selbstständig und individuell zu arbeiten. Anders wäre es auch gar nicht möglich, erklärt Mayer am Beispiel einer Montessori-Klasse mit acht Schülern, in der vier verschiedene Lehrpläne auf vier verschiedenen Schulstufen unterrichtet werden. Videokonferenzen mit der ganzen Klasse gab es aber trotzdem.

Auch wenn das Homeschooling gut funktionierte und es während dieser Zeit kein Kind gab, das für die Lehrkräfte nicht erreichbar gewesen wäre, freuten sich alle über dessen Ende und die Rückkehr in die Schule. Die Maskenpflicht, die vorab noch dafür gesorgt hatte, dass in der Direktion die Telefone heiß liefen, wurde auch gemeistert. „Am ersten Tag haben alle Kinder eine Maske getragen. Auch die, deren Eltern besorgt waren, dass das Kind sie nicht annehmen würde“, erinnert sich Mayer. Obwohl die Bilanz der vergangenen Monate positiv ausfällt, hat die Direktorin für den Herbst einen großen Wunsch: ein ganz normales Schuljahr.