Jürgen Offenberger erfand besonderes Gartengerät. Jürgen Offenberger konstruierte besonderes Gartengerät. Präsentation bei den Haager Gartentagen.

Von Doris Schleifer-Höderl. Erstellt am 13. März 2019 (04:00)
privat
Jürgen Offenberger auf dem gemeinsam mit Freunden erfundenen Gartengerät, das gleichzeitig Pflanzen schneiden und den Boden vom Unkraut befreien kann.

Ein Tausendsassa war Jürgen Offenberger schon immer. Der gebürtige Welser, der seit seiner Volksschulzeit in Stadt Haag lebt, hat die Höhere Bundeslehr- und Forschungsanstalt für Gartenbau in Schönbrunn im 13. Wiener Gemeindebezirk absolviert.

„Ein Jahr vor meiner Matura hat mein Vater einen tödlichen Autounfall gehabt und ich bin in unsere Firma, eine Gärtnerei, eingestiegen. Ich habe dann den Garten- und Landschaftsbaumeister gemacht, nebenbei die Studienberechtigungsprüfung abgelegt und mit 20 Jahren mit dem Studium der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften an der Uni Linz begonnen. Weil ich neben meiner eigentlichen Arbeit studierte, dauerte es zwölf Jahre bis zum Magister.“

„Als Unternehmer bist du immer dran, Neues umzusetzen. Ohne innovativ zu sein, kommst du nämlich heute nicht weiter“Jürgen Offenberger

Nun entwickelte und realisierte Jürgen Offenberger gemeinsam mit den beiden Unternehmern, dem Schlossermeister und Schweißmeister Markus Abel aus St. Valentin und dem Servicetechniker Gottfried Hinterdorfer aus Ardagger Stift, ein spezielles Gerät, das im Garten- und Landschaftsbau eingesetzt werden kann. „Als Unternehmer bist du immer dran, Neues umzusetzen. Ohne innovativ zu sein, kommst du nämlich heute nicht weiter“, berichtet Jürgen Offenberger.

„Es ist alles eine Kostenfrage, auch bei der Geräteanschaffung. Da ich ein Mensch bin, der nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch denkt, hatte ich bereits vor mehr als zehn Jahren die Idee, zu einem Pflegegerät, das gleichzeitig Bäume sowie Sträucher schneiden und den Boden von Unkraut befreien kann. Dann habe ich alles wieder zur Seite gelegt, bis mich vor fünf Jahren der Rappel packte und ich im Internet nach einem solchen Gerät gesucht habe. Eines habe ich dann in Reims in Frankreich entdeckt.“ Kurzerhand setzte sich der Haager mit einem Studienkollegen ins Auto und düste in die Champagne, um sich das Ganze vor Ort anzusehen. „Wir stellten fest, dass das Gerät zwar von der Konstruktion her gut aussah, aber viel zu schwer war. Es hatte nämlich an die 4.500 Kilogramm. Ich dachte mir dann, das muss doch leichter auch gehen.“

Vom Gabelstapler zum Spezialgerät

Diese Erkenntnis war Grund genug für Jürgen Offenberger am Ball zu bleiben. Es dauerte weitere vier Jahre bis er seine Idee zu Papier, beziehungsweise auf einen Bierdeckel, brachte. „Ich wusste, das Gerät muss leicht und wendig sein und Pflanzen und Sträucher bis zu 1,90 Meter schneiden können. Mit dieser Skizze wandte ich mich dann vor einem Jahr an Markus Abel und Gottfried Hinterdorfer. Und beide waren begeistert.“

Der Motor und die Hydraulik des Gerätes stammen von einem Gabelstapler, das Metallgerüst aus Fachwerkträgern, die man auch zum Hausbau verwendet. Viele schlaflose Nächte folgten, bis der Prototyp 1,60 Meter breit, 2,60 Meter hoch und 1.000 Kilogramm schwer, fertig war. Nun wird dieser, der dank seiner Doppelfunktion eine Arbeitszeitersparnis von bis zu 70 Prozent bringen soll, bei den Haager Gartentagen, vom 13. bis 14. April, in der Gärtnerei Offenberger in der Steyrer Straße 47, der Öffentlichkeit präsentiert. „Darauf sind wir echt stolz“, so Jürgen Offenberger.

„Denn es hat einiges an Schweiß und an finanziellem Eigenkapital benötigt, um den Prototyp realisieren zu können. Ich habe konstruiert, Markus geschweißt und Gottfried die Hydraulik eingebaut. Und auch mein Sohn Michael, der an der BOKU Wien studiert, hat fleißig mitgeholfen.“ Bis zum Herbst geht der Prototyp nun in den Probebetrieb. „Danach schauen wir weiter“, so Offenberger. „Wenn er sich behauptet, dann melden wir ihn zum Patent an und gehen in Produktion.“

Wer den 52-jährigen Haager, der mit Leib und Seele seinen Gartenbaubetrieb führt, kennt, der weiß, dass er bereits die nächste Innovation angeht. „Ich arbeite momentan an einem ökologischen Spezialdünger. Da will ich aber noch nicht mehr dazu sagen, denn das ist ja schon wieder eine andere Geschichte.“