Die ersten Erkenntnisse durch Befragung in Haag. 687 Fragebögen wurden retourniert. Die Ergebnisse der Umfrage wurden im Zuge der konstituierenden Sitzung des Stadterneuerungsbeirats präsentiert.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 08. April 2021 (05:49)
Der Stadterneuerungsbeirat besteht aus: Vizebürgermeister Anton Pfaffeneder, Christina Fuchs, Lisa Dieminger (Sprecher-Stellvertreterin), Stadtamtsdirektor Rudolf Mitter (vorne von links), Silvia Schaumberger, Gerhard Stubauer (Sprecher), Bürgermeister Lukas Michlmayr, Hanna Wieser (Mitte von links), Andreas Wagner, Peter Schweinschwaller, Reinhard Prock und Martin Huber (hinten von links).
NÖ.Regional, NÖ.Regional

Bereits zum zweiten Mal setzt man in Haag bei der Umsetzung von Projekten auf Bürgerbeteiligung. Vor 20 Jahren stieg man zum ersten Mal in die Landesaktion Stadterneuerung ein und brachte dabei Prestigeprojekte wie den Theatersommer hervor. In Kooperation mit dem Stadtmarketingverein nimmt die Stadtgemeinde nun erneut einen vom Land geförderten Stadterneuerungsprozess in Angriff.

Gestartet wurde der Prozess mit einer Umfrage. Von November 2020 bis Jänner 2021 konnten die Haager online oder analog einen achtseitigen Fragebogen ausfüllen. Dabei wurden die Meinungen und Wünsche zu den Themen Wohlbefinden, Einkaufsmöglichkeiten, Mobilität, Wohnen, Arbeiten und Information abgefragt. Die Ergebnisse der Umfrage wurden nun im Zuge der konstituierenden Sitzung des Stadterneuerungsbeirats, der sich aus Vertretern der Politik, der Verwaltung und der Bevölkerung zusammensetzt, erstmals präsentiert.

„Ganze 687 Fragebögen wurden retourniert. Das ist ein hervorragender Wert für unsere 5.600 Einwohner-Stadt und ein gelungener Start für den Prozess“, freut sich Bürgermeister Lukas Michlmayr über die gute Beteiligung. 22 Prozent der Teilnehmer gehören zur Alterskategorie zwischen 41 und 50 Jahren, 21 Prozent sind zwischen 19 und 30 Jahre alt. Rund zwei Drittel der Befragten sind gebürtige Haager.

Verbesserungen bei Radverkehr und Öffis

Im Sozial- und Gesundheitsbereich kam man bei der Auswertung der Fragebögen zum Ergebnis, dass es nach Meinung der Haager ein zufriedenstellendes Angebot gibt. Besonders hervorgehoben wurden die Vereinsarbeit und die Kinderbetreuung. Am Veranstaltungssektor entpuppten sich das Volksfest, Konzerte und Most und Musik als sehr beliebt.

Angegeben wurde aber auch, dass sich die Bevölkerung einen Bauernmarkt, ein größeres Angebot an regionalen Lebensmitteln und Veranstaltungen wie Karneval, Kirtag, Feste und Konzerte wünschen würde. Außerdem wären Geschäfte, die höherwertige Bekleidung und Schuhe anbieten, wünschenswert.

Die Verkehrssituation in Haag zeigt, dass sich zwei Drittel der Befragten dringend Verbesserungen im Bereich des Radfahrens und der Öffi-Nutzung wünschen. Jeder Zweite sieht auch Handlungsbedarf beim Fußwegenetz. Ganze 624 Personen sehen Haag als autofreundliche Stadt an. Verbesserungsvorschläge der Bevölkerung sind die Schaffung neuer Rad- und Fußwege, ein Öffi-Konzept oder Temporeduktionen in bestimmten Bereichen.

85 Bürger wollen sich in den Prozess einbringen

Drei Viertel der Befragten stimmten zu, dass die Serviceorientierung und Hilfsbereitschaft bei der Rathausverwaltung bürgerfreundlich sind. Was die Politik in der Stadt betrifft, soll in den nächsten Jahren vor allem eine sachliche Politik und Transparenz großgeschrieben werden. Spannend ist auch die Tatsache, dass um die 150 Personen ihre Wohnsituation verändern wollen. Die meisten davon präferieren den Umzug in ein Einfamilienhaus. 100 Personen haben Interesse an einem Baugrund.

In Zeiten von Corona hat sich auch die Arbeitsplatzsituation der Bevölkerung verändert. 138 Personen gaben an, Interesse an einem Co-Working-Space zu haben. 47 Personen überlegen, sich in den nächsten zehn Jahren selbstständig zu machen. Dabei wurden die Bereiche IT, Gesundheit, Handwerk oder Beratung genannt.

Dem Wunsch nach einer vermehrten Einbindung der Bürger kann im Zuge der Stadterneuerung nachgekommen werden. „Die Bereitschaft zur Mitarbeit ist jedenfalls da. 85 Personen wollen laut Umfrage aktiv beim Stadterneuerungsprozess mitarbeiten“, freut sich der Stadtchef. Dafür ist ein offenes Büro geplant, in dem sich Interessierte bei den Beraterinnen der NÖ.Regional, Christina Fuchs und Maria Huemer, informieren und ihre Ideen einbringen können.