Ertl

Erstellt am 13. November 2018, 04:35

von Sabine Hummer

Fernheizwerk in Ertl: „Sparen 150.000 Liter Öl“. Mit einem kleinen Festakt wurde am Sonntag das neue Fernheizwerk in Ertl eröffnet. Bürger hatten die Möglichkeit hinter die Kulissen zu schauen.

Die Anlagenbetreiber luden zum Eröffnungsfest ein, als fleißige Helfer fungierten Johanna und Katharina Latschenberger, Paul Sturl, Susanne und Tim Jelenz sowie Katharina Prantner.  |  Sabine Hummer

Schon beim ersten Anheizen des neuen Fernwärme-Heizkessels vor einigen Wochen wurde in Ertl gefeiert, am Sonntagvormittag folgte die offizielle Segnung und Eröffnung, in deren Rahmen auch zum Tag der offenen Tür geladen wurde.

Bürgermeister Josef Forster freute sich, dass so viele Bürger – Familien, die an das Fernwärmenetz angeschlossen haben, sowie Interessierte –, die Vertreter der Firmen und zahlreiche Ehrengäste rund um den Präsidenten der Österreichischen Gemeindeumweltverbände, Anton Kasser, der Einladung gefolgt sind.

Freuten sich über eine gelungene Eröffnung (v.l.): die Betreiber der Anlage, Julian Prantner sowie Karl und Paul Latschenberger (Seitenstettner Fernwärme Gmbh), Bürgermeister Josef Forster, Landtagsabgeordneter Anton Kasser, Umweltgemeinderat Manfred Kalkgruber und Anlagenplaner Martin Ringhofer.  |  Hummer

Die Verwirklichung des Projektes habe mehrere Anläufe und etwas an politischem Druck gebraucht. Vor allem Umweltgemeinderat Manfred Kalkgruber habe das Entstehen der Fernwärmeanlage mit großem Nachdruck und Herzblut betrieben, führte der Ortschef in seinen Begrüßungsworten aus. „Als e5-Gemeinde ist es unser Ziel, energietechnisch einiges zu verändern und das Klimaziel zu erreichen“, betonte Forster. „Mithilfe der neuen Fernwärmeanlage sparen wir 150.000 Liter an Heizöl.“

„Haben in alle Himmelsrichtungen Reserven eingeplant“

Paul Latschenberger, Geschäftsführer der Seitenstettner Fernwärme Gmbh, die die Anlage in Ertl errichtet hat, klärte über die technischen Daten auf. Das 1,3 Kilometer lange Fernwärmenetz mit derzeit 24 Anschlüssen wird mit einem 500-kW-Biomassekessel beheizt, als reine Ausfallsreserve dient ein 600-kW-Ölkessel. Um die Morgenspitzen abzudecken, wurde ein 35-Kubikmeter-Pufferspeicher installiert. Das 100-Kubikmeter Brennstofflager wird durch Johannes Kern mit Hackgut aus Maria Neustift beliefert.

„Wir haben in Rekordzeit gebaut und in alle Himmelsrichtungen Reserven eingeplant. Sofern Interesse besteht, können jederzeit neue Anschlüsse erfolgen“, informierte Latschenberger.

Landtagsabgeordneter Kasser lobte die Initiative in Ertl. Im Bezirk Amstetten würden erst rund 37 Prozent an Wärme aus erneuerbarer Energie gewonnen. „Da haben wir noch viel zu tun“, klärte Kasser auf.

Im Anschluss an den Festakt, den eine Abordnung des Musikvereins umrahmte, folgte ein gemütliches Beisammensein mit Speis und Trank. Viele Ertler nutzten die Gelegenheit, sich aus erster Hand über den Wärmelieferanten zu informieren.