St. Valentin

Erstellt am 30. August 2018, 06:04

von Ingrid Vogl

Hühnermastfarm: „Das große Schweigen“ in St. Valentin. Bürgerinitiative und Grüne beklagen bezüglich geplanter Hühnermastfarm fehlenden Informationsfluss. Bürgermeisterin verweist erneut auf das laufende Verfahren.

Symbolbild  |  Shutterstock.com, David Tadevosian

Ein in Thurnsdorf geplanter Mastbetrieb für 39.500 Hühner sorgt in St. Valentin bereits seit Februar für Gesprächsstoff. Anrainer, die eine Geruchsbelästigung befürchten, schlossen sich zur Bürger-initiative „Wollen wir nicht“ zusammen, die nicht nur den Standort für unpassend hält, sondern mittlerweile auch das Tierwohl im Allgemeinen zum Thema gemacht hat.

Unterstützung bekommt die Bürgerinitiative seit geraumer Zeit auch von den Grünen. So auch mit der aktuellen Aussendung, die dieser Tage in die St. Valentiner Haushalte flattert und ein ganzseitiges Interview mit Franz Knöbl, dem Sprecher der Bürgerinitiative, enthält.

„Wir erwarten, mit dieser Ausgabe den Informationsfluss zwischen Stadtgemeinde und Bürgerinitiative sowie den Grünen anzuregen, denn derzeit ist das große Schweigen angesagt“, erklärt Monika Oberradter, Fraktionsobfrau der Grünen.

Bauverfahren ist weiterhin im Laufen

In dem Interview übt Knöbl heftige Kritik an der SPÖ. „Trotz einer Zusage der Unterstützung für die Inhalte der Bürgerinitiative fühlen wir uns von der regierenden Stadtpolitik im Stich gelassen“, heißt es da. Knöbl beklagt, dass „wir als Bürgerinitiative nicht offiziell informiert und eingebunden werden.“ Zudem werfen die Grünen den Stadtverantwortlichen vor, dass man die gesammelten Unterschriften – insgesamt über 5.500, davon 2.400 von St. Valentiner Bürgern – nicht als relevant ansehe.

Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr wehrt sich gegen die Vorwürfe.  |  SPÖ

Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr wehrt sich gegen diese Vorwürfe. „Das Verfahren ist weiterhin im Laufen und als Bürgermeisterin kann ich dazu öffentlich nichts kommunizieren. Ich kann gesetzliche Vorgaben nicht umstoßen und nicht danach urteilen, ob mir ein Projekt gefällt oder nicht. Wir prüfen alles, was zu prüfen ist, und ein Ergebnis wird es in naher Zukunft geben“, stellt die Stadtchefin klar.

Dass man die vielen gesammelten Unterschriften ignoriere, lässt Suchan-Mayr auch nicht gelten: „Bis dato ist die Bürgerinitiative damit noch nicht persönlich an mich herangetreten. Ich habe noch keine einzige der Unterschriften gesehen.“