Jugendzentrum als Erfolgsstory in Herzogenburg. Roseggerring ist dritter Standort. Artner: „Die Warterei hat sich ausgezahlt.“

Von Hans Kopitz. Erstellt am 25. Juni 2019 (03:53)
Hans Kopitz
Unter den Ehrengästen sah man auch Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig, Bürgermeister Christoph Artner, Vizebürgermeister Richard Waringer, die Stadträte Kurt Schirmer junior, Wolfgang Schatzl und Franz Gerstbauer, die Gemeinderäte Brigitte Wild, Günter Haslinger und Hermann Feiwickl sowie den ehemaligen Stadtamtsdirektor Rudolf Böck (Dritter von rechts).

 „Zehn Jahre ,Juze‘, das sind zehn Jahre, in denen es uns nicht egal war, was mit den Jugendlichen in unserer Stadt passiert, das sind aber auch zehn Jahre, in denen hier die unterschiedlichsten Freundschaften geschlossen wurden – wenn auch auf insgesamt drei Standorten.“ SP-Bürgermeister Christoph Artner beleuchtete am vergangenen Samstag bei der Jubiläumsfeier „10 Jahre Jugendzentrum“ die wechselvolle Geschichte.

Am ersten Standort in der Handelsstraße habe es eine gewisse Hassliebe zwischen dem Eigentümer und der Stadtgemeinde gegeben, am zweiten Standort in der Innenstadt klaffe immer noch eine Baulücke. Nun ist das Jugendzentrum am Roseggerring angesiedelt: „Man muss manchmal auch warten können, wenn man etwas Positives erreichen will. Und die Warterei hat sich ausgezahlt, denn aus der einstigen Containerlösung ist hier wirklich etwas Positives entstanden. Nicht direkt in der Innenstadt, aber auch nicht an den Rand verlegt, denn fast jeder, der nach Herzogenburg kommt, muss hier daran vorbei.“

„Jeder Euro ist gut angelegt“

Ayse Arslan-Sezen begrüßte die Ehrengäste und stellte die Aktivitäten vor, die den Jugendlichen regelmäßig geboten werden. Dann gratulierte SP-Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig, zuständig für Soziale Verwaltung, Gesundheit und Gleichstellung, der Gemeinde zu diesem Zentrum, das ein Vorzeigemodell sei: „Ich finde es großartig und danke im Namen der Jugendlichen. Jeder Euro, der hier investiert wurde, ist gut angelegt. Es ist ein Platz, wo Jugendliche sein dürfen, wie sie sind, ohne Leistungsdruck, aber auch, wo sie Beratung finden und gerne reden möchten. Denn gerade in einer Zeit, wo man hinausgeht ins Leben, gibt es doch ab und zu Probleme, die man nicht gerade mit den Eltern besprechen will.“

Leider ließen sich bei dieser Eröffnungsfeier, die Marie Stöckl mit Annika Hofbauer und Niklas Messerer unter der Leitung von Musikschullehrer Martin Arnold musikalisch begleiteten, sehr wenige Jugendliche sehen, die dort ansonsten jede Woche regelmäßig ein- und ausgehen. „Sie wollen einfach unter sich sein und kommen wahrscheinlich erst, wenn die offizielle Feier vorbei ist“, erklärte eine der vier Betreuerinnen.

„Sie wollen einfach unter sich sein und kommen wahrscheinlich erst, wenn die offizielle Feier vorbei ist“

Aber jene Jugendlichen, die anwesend waren, antworteten bereitwillig auf die Frage des NÖN-Mitarbeiters, wie oft sie hier sind und was sie eigentlich erwarten, wenn sie herkommen: „Wir sind eigentlich fast immer da, wenn geöffnet ist. Es ist eine nette Gemeinschaft und es ist schön, wenn man Probleme gemeinsam lösen kann, auch wenn es einmal Streit gibt.“

Und eines der Mädchen sagte noch: „Ich bin so froh, dass mir einmal bei einem echten Problem geholfen wurde, bei dem ich wirklich nicht mit meinen Eltern darüber sprechen konnte.“

Dass es vor allem Mädchen nicht immer ganz leicht haben, zeigt ein Spruch im Girls-Raum: „Wer Männer versteht, kann auch durch Null teilen!“

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