Gastro in Traismauer leidet extrem unter den Maßnahmen. Beispiel Landgasthof Huber in Wagram: Stornowelle, Belegschaft gekündigt, Hoffnung auf Neustart.

Von Günther Schwab. Erstellt am 15. April 2020 (04:09)
Seit 1953 betreibt die Familie Huber ein Gasthaus in Wagram. Nunmehr steht die Bewältigung der Coronakrise im Mittelpunkt des Alltags. Andrea Grammer und Reinhard Huber hoffen, das Wirtshaus bald wieder aufsperren zu können.
Schwab

Aufgrund der Coronavirus – Pandemie wurde das öffentliche Leben in Traismauer auf ein absolutes Minimum „runtergefahren“.

Wie bereits berichtet, wurden sämtliche Veranstaltungen, Volkshochschulkurse, Sportevents und auch Trainings abgesagt. Weiters mussten zahlreiche Geschäfte, aber auch sämtliche Lokale, Beherbergungsbetriebe und Heurigen ihren Betrieb schließen oder auf Lieferservice umstellen.

Für die heimische Gastronomie ist die Coronakrise ein besonders schwerer Schlag. Sie ist existenzgefährdend. Auch den Landgasthof Huber, einen „Gastro- Leitbetrieb“ im Unteren Traisental mit bis zuletzt 14 Mitarbeitern hat die Krise schwer getroffen.

„Mit einem Schlag wurde uns fast die Existenzgrundlage entzogen. Allein der März war für uns ein herber finanzieller Verlust“, berichtet Gastwirt Reinhard Huber.

Zahlreiche Buchungen schon jetzt abgesagt

Mitte März wäre das Lokal zur Gänze ausgebucht gewesen. Huber: „Durch die Ankündigung der Schulschließungen und die verschiedenen Maßnahmen hat es eine regelrechte Stornierungswelle gegeben und nur wenige Stammgäste haben sich letztlich in das Gasthaus verirrt.“

In weiterer Folge wurde die Belegschaft bis auf den Lehrling gekündigt. Die ausständigen Löhne sind ausbezahlt.

„Ich rechne, dass wir frühestens im Mai wieder unseren Landgasthof und auch das Dorfcafé in Reichersdorf aufsperren können. Bis dahin wird man auch erkennen, wie die Rahmenbedingungen und Auflagen aussehen werden. Auf jeden Fall wird es nicht einfach, denn schon jetzt wurden zahlreiche Buchungen für den Mai, darunter mehrere Hochzeiten und andere Feierlichkeiten, abgesagt beziehungsweise auf einem späteren Zeitpunkt verschoben.“ Mit einer etwas reduzierten Belegschaft werde man so bald wie möglich den Neustart versuchen. Huber: „Es wird sicher mehrere Monate dauern, bis wir die Krise endgültig überwunden haben werden.“

Ähnlich stellt die Situation bei den weiteren Gastronomie-Betrieben in Traismauer dar. Mehrere Betriebe, darunter der Nibelungenhof, die Pizzeria Caramellini, die Pizzeria Ararat und das Restaurant Aprico (am Badesee), haben bereits auf Lieferservice umgestellt, wodurch ein Minimalbetrieb gewährleistet wird. Im Gastrobetrieb „Nau Moizeit“ der Familie Rauscher in Stollhofen wird für die Aktion „Essen auf Räder“ gekocht, um die Versorgung in Traismauer sicherzustellen.