Geburtstagsparty nahm böses Ende. Feier artete aus, die Angeklagten beteuern bei Gerichtsverhandlung ihre Unschuld.

Von Alex Erber. Erstellt am 26. März 2020 (03:42)
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APA (Symbolbild)

Es war einer der letzten Prozesse am Landesgericht St. Pölten vor der Verschiebung aller Gerichtsverhandlungen im Zuge der Corona-Krise. Vor Gericht verantworten müssen sich ein 30-Jähriger und seine Lebensgefährtin (29) wegen Nötigung. Dem Mann wird außerdem Körperverletzung und ein Vergehen nach dem Waffengesetz, er soll ein Ninja-Schwert besessen haben, vorgeworfen.

Die ganze Angelegenheit begann mehr als dubios. Der Angeklagte, Vater einer Tochter und Notstandshilfebezieher, traf einen Bekannten beim Wölblinger Unimarkt. Gesehen hat er diesen Bekannten aus der Schulzeit laut eigenen Angaben schon seit einigen Jahren nicht. Dennoch erhielt der 30-Jährige die Einladung zu einer ausgedehnten Geburtstagsfeier.

Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin, die wie er selbst Ersatzdrogen-Stoffe bezieht (Substitution), begab sich der nun Angeklagte zu dieser Feier. Dort passierte ein Malheur: Die Musikanlage fiel aus, weswegen der Gastgeber angeblich völlig aus der Rolle fiel und in Diskussionen mit dem Besitzer des Geräts geriet.

Der 30-Jährige wollte nur schlichtend eingreifen, als es passierte: „Fünf, sechs Leute sprangen auf mich und schlugen mich, auch meine Freundin wurde geschlagen“, erklärte er beim Prozess.

Jedenfalls zersprang auch sein Brillenglas, er verlor im Getümmel den Pass und seine Geldbörse, in der sich 130 Euro befunden haben sollen.

Um Mitternacht begaben sich die beiden Angeklagten nach Hause, nach dem Aufwachen stellten sie fest: „Auch aus der Börse meiner Lebensgefährtin fehlte Geld.“

Fuchsschwanz und Ninja-Schwert

Schnurstracks ging es wieder zum Schauplatz der Party, um nach den verlorenen Dingen Ausschau zu halten. Ab nun divergieren die Aussagen völlig. Der Gastgeber soll wie wild mit einem Fuchsschwanz herumgefuchtelt haben, der Gast mit einem Ninja-Schwert, was ein Zeuge, ein Partygast aus Wien, bestätigt. Der Angeklagte bestreitet es.

Der Prozess wird vertagt, weil der wichtigste Zeuge, der Gastgeber der Party, dem Prozess unentschuldigt ferngeblieben ist.