Herzogenburg

Erstellt am 18. Mai 2018, 04:16

von Alex Erber und Hans Kopitz

Die I. Klasse ist nicht überall gern gesehen. Herzogenburg wurde aufgewertet, was der Stadt mehr Einnahmen bringt, die Tourismusbetriebe jedoch stark belastet.

Bürgermeister Franz Zwicker (SP): „Müssen gesetzliche Auflagen einhalten.“  |  NOEN

Hotelier Siegfried Schicklgruber: „Müssen Erhöhung selbst schlucken.“  |  NOEN

Die Stadtgemeinde ist vom Land NÖ in die Ortsklasse I eingestuft worden und hat sogar keine rechte Freude damit.

Die Ortsklassen richten sich nach der Anzahl der Nächtigungen, der Umsätze oder nach bestimmten Tourismuseinrichtungen. „Wir haben uns drei Jahre lang erfolgreich gegen die Aufwertung gewehrt, aber jetzt waren wir chancenlos“, gab SP-Bürgermeister Franz Zwicker bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderates in resignierendem Tonfall bekannt.

Auf die Frage von VP-Gemeinderat Jörg Rohringer, welche Auswirkungen so eine Aufwertung konkret hat, erläuterte der Stadtchef anhand von einem Beispiel: „Die Nächtigungstaxe beträgt in der Ortsklasse II einen Euro, in der Ortsklasse I 1,50 Euro, also 50 Cent mehr.“

Darüber könnte man sich bei der Stadtgemeinde freuen, denn 35 Prozent der Einnahmen aus der Nächtigungstaxe gebühren den Kommunen, 65 Prozent des Abgabenertrags sind für das Land NÖ vorgesehen.

Gastronom Leopold Bertl: „Die Aufstufung ist für uns kein Vorteil.“  |  NOEN

Mehreinnahmen für eine Gemeinde sind prinzipiell gut, aber in diesem Fall gibt es eine Ausnahme, denn belastet werden die Betriebe. Siegfried Schicklgruber vom Clever-Hotel: „Ich sehe keinen wirklichen Vorteil in der Aufstufung, denn wir haben in Herzogenburg nicht viel Ausflugs-Tourismus, sondern eher Arbeits-Tourismus. Wir können die Erhöhung nicht weitergeben, sondern müssen sie wahrscheinlich selbst schlucken.“ Leopold Bertl vom Restaurant „Zeitlos“ sieht es ähnlich: „Die Aufstufung ist ja schön und gut, aber für uns ist das kein Vorteil. Wir haben schon viele diverse Kosten und Abgaben und Kontrollen und sind jedenfalls nicht erfreut.“