Hermann Feiwickl dient als Puffer. Erste Sitzung 2019: neue Sitzordnung, „Blüh“-Mandatar befindet sich zwischen FP und Ex-FP.

Von Alex Erber. Erstellt am 05. Februar 2019 (03:04)
Hans Kopitz
Den Platz, den bisher „Blüh“-Gemeinderat Hermann Feiwickl einnahm, besetzt nun der neue VP-Gemeinderat Bernhard Marton (links). Dann folgen die FP-Stadträte Wolfgang Schatzl und Martin Hinteregger sowie der neue FP-Gemeinderat Wolfgang Zeller. Anschließend dient Hermann Feiwickl als Puffer, es folgen die drei „wilden“ Gemeinderäte, von denen diesmal lediglich Birgit Pradl anwesend war (von links).

Äußerst zügig und harmonisch ist die erste Sitzung des Gemeinderates im neuen Jahr verlaufen.

Um Harmonie zu gewährleisten, ist im Vorfeld die Sitzordnung geändert worden. Gemeinderat Hermann Feiwickl von der Ein-Mann-Liste „Blüh“ fungiert als Puffer zwischen der FP und den drei „wilden“ Gemeinderäten, die sich von den Freiheitlichen losgesagt haben.

„Wild“ wäre es zumindest in dieser Sitzung auch ohne diese Maßnahme nicht geworden, denn die Gemeinderäte Thomas Rupp und Enrico Hofbauer-Kugler fehlten ebenso entschuldigt wie Stadtrat Josef Ziegler (VP und Gemeinderätin Doris Riedler (SP). Das „wilde Fähnlein“ hielt die „Dame in Pink“, Gemeinderätin Birgit Pradl, hoch.

Die Versammlung begann mit einer Premiere für SP-Bürgermeister Christoph Artner, denn erstmals in seiner Amtszeit gelobte er zwei neue Gemeinderäte an. Wie berichtet, sind Franz Haslinger (VP) und Irene Schatzl (FP) zurückgetreten, neu angelobt wurden Bernhard Marton (VP) und Wolfgang Zeller (FP).

Hans Kopitz
Bürgermeister Christoph Artner hat zwei neue Gemeinderäte angelobt: Wolfgang Zeller (Zweiter von links), im Bild mit FP-Fraktionsobmann Stadtrat Wolfgang Schatzl, und Bernhard Marton (Zweiter von rechts), im Bild mit VP-Fraktionsobmann Stadtrat Erich Hauptmann.

In den Ausschüssen ergaben sich dadurch keinerlei Umbesetzungen, einzig der Prüfungsausschuss wird in seiner nächsten Sitzung aus seinen Reihen einen Nachfolger für den bisherigen Obmann Franz Haslinger wählen.

Flüsterasphalt bei der S-33-Abfahrt

In der Folge gab es ausschließlich einstimmige Beschlüsse, etwa für Darlehensaufnahmen: 450.000 Euro für den Straßenbau, 249.100 Euro für den Kanalbau sowie 197.600 Euro für Hochwasserschutzanlagen (jeweils bei der Volksbank NÖ-Mitte) beziehungsweise 99.500 Euro für die Wasserversorgung bei der Hypo-NOE-Gruppe.

Noch heuer wird im Bereich der S-33-Abfahrt Herzogenburg-Stadt ein Flüsterasphalt aufgebracht. Die Kosten dafür belaufen sich auf 30.000 Euro, jeweils ein Drittel zahlen Asfinag, Land NÖ und Stadt.

Ein Team der Polytechnischen Schule rund um Pädagogin Erika Schreiber nimmt, wie ausführlich berichtet, am kommenden Wochenende an den Robotik-Staatsmeisterschaften in Bad Radkersburg teil. Die Kosten dafür werden mit 2.800 Euro beziffert. 1.000 Euro steuert die Sparkasse zu, den Rest teilen sich die Polytechnische Schulgemeinde und die Stadtgemeinde.

Für den „Ball der Kapitäne“, der am Samstag über die Bühne ging, haben die Veranstalter rund um Ernst Hackl um die Befreiung der Lustbarkeitsabgabe angesucht. Die Mandatare gewährten diese Maßnahme gerne, zumal ein allfälliger Reingewinn der Veranstaltung der Freiwilligen Feuerwehr Oberndorf/Ebene zugutekommt.

Die Stadtgemeinde unterstützt auch heuer das „Kulturfest Traisental“. Für zwei Veranstaltungen, die in Heiligenkreuz-Gutenbrunn beziehungsweise in der Stiftskirche über die Bühne gehen, schießt sie jeweils 500 Euro zu.

Bürgermeister Christoph Artner berichtete über die Radverleihaktion „Next bike“, die im Vorjahr in NÖ eine Steigerung um 23 Prozent erfahren hat. Herzogenburg liegt mit einem Rückgang von acht Prozent nicht im Trend. 23 Ausleihungen hat es an der Station am Rathausplatz gegeben, 32 an der Station am Bahnhof. Der stärkste Monat war der Mai mit insgesamt 19 Ausleihungen.

Feiwickl fordert „schnelles Internet für Gutenbrunn und Adletzberg"

Einen abschließenden großen Auftritt hatte „Blüh“-Gemeinderat Hermann Feiwickl, der ganz im Stil eines südamerikanischen Revolutionärs lautstark forderte: „Schnelles Internet für Gutenbrunn und Adletzberg!“

Stadtchef Artner verwies auf laufende Gespräche mit dem Anbieter A 1, VP-Wirtschaftsstadtrat Erich Hauptmann und VP-Gemeinderat Erich Huber-Günsthofer wiesen händeringend darauf hin, dass die Nachfrage das Angebot bestimme: „Mindestens 50 Prozent der Einwohner müssen anschließen, das ist die Grundvoraussetzung!“ Nachsatz von Huber-Günsthofer: „A 1 ist leider keine NGO, keine Non-Government-Organisation!“