Behörde lehnt Schutzweg für St. Pöltner Straße ab. Verkehrsexperte erteilt Zebrastreifen Absage: „Bei der Errichtung ist negative Routine der Autofahrer zu erwarten.“

Von Hans Kopitz. Erstellt am 23. Juli 2019 (04:31)
APA (Archiv/Fohringer)
Symbolbild

Der Kreuzungsbereich St. Pöltner Straße - Riefthalgasse/Bahnhof beziehungsweise Wiesengasse bleibt zunächst einmal ohne Schutzweg. Anrainer Gerhard Holzapfel hat die Errichtung eines Zebrastreifens samt Warnblinkanlage gefordert, weil die St. Pöltner Straße äußerst intensiv frequentiert ist, die Kfz- und Lkw-Fahrer sich oftmals nicht an die 50-km/h-Geschwindigkeitsbeschränkung halten und daher eine Überquerung vor allem Kinder und ältere Personen erhebliche Schwierigkeiten bereitet.

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Gerhard Holzapfel ist kämpferisch: „Ich werde mich weiter für den Schutzweg einsetzen.“

Nach der Verkehrsverhandlung liegt nun das Protokoll vor – und Holzapfel ist riesig enttäuscht, denn es ist vermerkt: „Aus verkehrstechnischer Sicht zeigt die Fußgängerverkehrszählung, dass ein regelmäßiger, jedoch schwacher Fußgängerverkehrsstrom die Landesstraße 113 quert und in den Spitzenstunden deutlich weniger als 25 Fußgänger queren. Daher ist die Anlage eines Schutzweges aus verkehrstechnischer Sicht nicht förderlich für die Sicherheit der Fußgänger, da eine negative Routine der Autofahrer zu erwarten ist. Der geforderte Schutzweg wird nicht positiv begutachtet.“

„Spitzenwerte von über 700 Fahrzeuge und 37 querenden Personen in einer Stunde zählen anscheinend nichts, weil der Durchschnittswert von 20 querenden Personen pro Stunde unter den geforderten 25 Personen liegt“, ärgert sich Gerhard Holzapfel, der sich weiterhin für einen Schutzweg einsetzen will. 

„Spitzenwerte von über 700 Fahrzeuge und 37 querenden Personen in einer Stunde zählen anscheinend nichts"

Da er der Meinung ist, dass viele Fahrzeuge zu schnell in diesem Bereich fahren, wurde eine Geschwindigkeitsmessung vereinbart. Außerdem bemerkte Holzapfel, dass der Lichtmast in der vorhandenen Verkehrsinsel momentan fehlt, weil ein Autofahrer diesen umgefahren hat. Dies passiert – laut Auskunft eines Gemeindemitarbeiters – rund sieben bis neun Mal jährlich. Einen solchen „Lichtpunkt“ hat übrigens auch der Verkehrssachverständige vom Gebietsbauamt gefordert.

„Anliegen wurden ernst genommen“

„Wir finden, der Sachverständige hat die Sache sehr objektiv beleuchtet und es wurde alles, was vorgebracht wurde, sehr ernst genommen, aber es sind eben zu wenige Fußgänger für einen Übergang. Wir können uns als Gemeinde nicht querlegen, es ist eine Landesstraße und wir müssen uns auf die Experten verlassen können“, erklären SP-Bürgermeister Christoph Artner und Dominik Neuhold von der Stadtamtsdirektion im NÖN-Gespräch unisono.