Herzogenburg

Erstellt am 15. Januar 2019, 04:05

von Alex Erber

Erich Königsberger: „Bin persönlich enttäuscht“. FP-Bezirksobmann über Rupp: „War legitimer Nachfolger.“ Extra-Stadtparteitag findet am 2. Februar statt.

Erich Königsberger: „Manche Entwicklungen sind nicht vorhersehbar.“  |  NOEN

Nach dem Ausschluss von Thomas Rupp haben sich die Wogen bei der FP wieder geglättet. Bezirksparteiobmann Landtagsabgeordneter Erich Königsberger hat die Angelegenheit abgehakt: „Ich bin persönlich enttäuscht und betroffen. Manche Entwicklungen sind leider nicht vorhersehbar. Dass man private Geschichten auf dem Rücken der Partei austragen möchte, hätte ich nie für möglich gehalten.“

Thomas Rupp war als Königsbergers Stellvertreter mit der Führung der Geschäfte beauftragt: „Er war mein legitimer Nachfolger, der Wechsel an der Spitze des Bezirks und in der Folge auch im Landtag hätte noch in dieser Legislaturperiode über die Bühne gehen sollen“, sagt der Bezirksparteiobmann zum „Kronprinzen“, der letztendlich keiner war.

„Der Aufwand im Bezirk ist enorm“

Durch den viel zu frühen Tod des Neulengbachers Peter Matzel Ende Jänner des Vorjahres und den Ausschluss von Rupp hat Königsberger nun einen einzigen Stellvertreter, und zwar den Gablitzer Andreas Kahler. Königsberger jedenfalls kann sich vorstellen, in absehbarer Zeit wieder mit einem geschäftsführenden Bezirksparteiobmann zu arbeiten: „Der Aufwand in unserem riesigen Bezirk ist wirklich enorm, alleine ist das Pensum kaum zu bewältigen.“

In der Herzogenburger FP wird am Samstag, 2. Februar, entschieden, wie es an der Spitze weitergeht: „Im Gasthaus Maurer wird ein außerordentlicher Stadtparteitag stattfinden“, kündigt Stadtrat Wolfgang Schatzl an.

Wolfgang Schatzl  |  NÖN

Der Streit zwischen dem blauen Urgestein und seinem Nachfolger Thomas Rupp, der als Stadtparteiobmann fungierte, hat rund 50 Mitglieder veranlasst, der Partei den Rücken zu kehren. Erich Königsberger: „Mehr als die Hälfte hat sich in der Landesgeschäftsstelle gemeldet und möchte wieder Mitglied sein. Man sei aufgrund falscher Informationen ausgetreten. Wir müssen jetzt die Statuten durchforsten, ob und wie schnell ein Wiedereintritt machbar ist. Es ist möglich, dass aufgrund der Satzungen darüber erst eine Entscheidung im Zuge eines Bundesparteitages getroffen werden kann.“

Thomas Rupp: „Ich lasse mir nicht die Pistole an die Brust setzen.“  |  NOEN

Und Thomas Rupp? Hat über die Weihnachtsfeiertage viel Zeit zum Nachdenken gehabt, ist aber noch keiner Entscheidung gelangt, ob er bei der nächsten Gemeinderatswahl mit einer eigenen Liste antreten wird: „Es steht nichts fest, es ist alles offen. Näheres kann ich dazu nicht sagen.“