Gericht wies Einspruch bei Hotel- & Wohnungsprojekt ab. Im jahrelangen Ringen rund um das kombinierte Hotel-/Wohnungsprojekt gibt es einen Spruch der letzten Instanz. Artner: „Gemeinde hat stets rechtskonform gehandelt.“

Von Alex Erber. Erstellt am 10. Dezember 2019 (04:33)
Der Schandfleck in der Innenstadt ist mit Holztafeln verstellt.
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Staubtrocken und emotionslos hat SP-Bürgermeister Christoph Artner dem Gemeinderat in einem Satz berichtet, was Sache in der Kremser Straße 14 bis 18 ist: „Der Bundesverwaltungsgerichtshof hat alle Einsprüche der Anrainer abgewiesen.“

Und im NÖN-Gespräch sagt der Stadtchef konkret: „Das in der Kremser Straße geplante Projekt der Gedesag mit einer gemischt genutzten Verwendung aus Gastronomie, Beherbergung und Wohnmöglichkeit hat alle Instanzen durchlaufen. Sowohl beim Landesverwaltungsgericht als auch beim Verfassungs- und Verwaltungsgerichtshof sind keine Beanstandungen hinsichtlich der Baubewilligung aufgetreten. Es liegt somit ein rechtskräftiger Bescheid vor.“

Sätze mit Sprengkraft, Sätze mit Zukunftswirkung: Knapp fünf Jahre (!) sind mittlerweile vergangen, seit die damalige Traisenhotel-GmbH im Rathaus fristgerecht die Einreichunterlagen für das Ortskernentwicklungsprojekt in der Kremser Straße vorgestellt hat.

Schon einige Zeit zuvor war nur von einem Hotel die Rede, das Thomas Höhrhan, der Schwiegersohn des ehemaligen Chefs des „Gasthauses zum Goldenen Stern“, Georges Villarmé, verwirklichen wollte. Die Palette der Themen war breit gefächert: Von der F.-X-Mayr-Kur, die darin angeboten werden sollte, bis zu bulgarischen Investoren, die das nötige Kleingeld in das Projekt pumpen sollten.

Hotel mit 25 Zimmern und 35 Wohnungen

Ende 2014 war es schließlich soweit: Thomas Höhrhan präsentierte im Rathaus einen abgeänderten Plan. Der damalige Bürgermeister Franz Zwicker und der heutige Bürgermeister Christoph Artner nahmen wohlwollend zur Kenntnis, dass ein Hotel im gehobenen Drei-Sterne-Niveau mit 25 Zimmern, 35 Wohnungen und eine großzügige Gastronomie in der Kremser Straße Einzug halten sollten. Allein, Einsprüche verzögerten das Projekt.

An Bord kam schließlich die Gedesag, die das Wohnprojekt entsprechend forcierte. Wieder gab es Einsprüche, vor allem die Erhöhung der Bauklasse war Anrainern stets ein gravierender Dorn im Auge.

Nun steht klar fest, dass die Baubewilligung in Ordnung war. Allein, die Traisenhotel-GmbH. scheint kein Interesse mehr an einem Hotel zu haben.

„Großes Interesse an der Umsetzung“

Bürgermeister Artner: „Seitens der Gedesag gibt es ein großes Interesse, dass das Projekt zügig umgesetzt wird. Für die Umsetzung des Projektes wird in den nächsten Monaten ein möglicher Hotelinvestor gesucht, der die entsprechenden Flächen übernimmt. Die in den darüber liegenden Geschoßen geplanten Wohnungen werden seitens der Gedesag vergeben. Zwischenzeitlich sind auch andere Interessenten aus dem Gesundheitsbereich an die Gedesag herangetreten. Diese interessanten Alternativen werden derzeit ebenfalls geprüft.“

Für die Stadtgemeinde Herzogenburg sei die Realisierung eines Vorhabens an diesem Standort für die Innenstadtbelebung von großer Bedeutung. Die Überprüfung habe gezeigt, dass rechtskonform gehandelt wurde.

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