Mit dem „Fahrdienst“ durch Herzogenburg?. Michael Pinnow von den Eichgrabner Grünen informierte über Verein, dessen Mitglieder gute Erfahrungen machen.

Von Hans Kopitz. Erstellt am 15. Januar 2019 (04:05)
Hans Kopitz
Infoabend: Stadtrat Kurt Schirmer junior, Vizebürgermeister Richard Waringer, Peter Völkl vom Roten Kreuz, Gemeinderat Stefan Sauter, Bürgermeister Christoph Artner, Stadtrat Franz Gerstbauer, Karl Nutz, der Vortragende Michael Pinnow, „Move“-Obfrau Silvia Koppensteiner und Gottfried Emberger (von links).

Groß war das Interesse am Informationsabend zum Thema „Fahrdienst“, der vergangene Woche im Sitzungssaal des Rathauses über die Bühne ging. Mehr als 30 Interessierte, aber auch Bürgermeister Christoph Artner und Vizebürgermeister Richard Waringer lauschten dem Vortrag Michael Pinnow, Umweltgemeinderat von Eichgraben. Er referierte über den „Fahrdienst“, den rund vier Prozent der Bevölkerung in Anspruch nehmen.

„Elektromobil Eichgraben“ ist ein gemeinnütziger Verein, in dem jede Person mit Haupt- oder Nebenwohnsitz in Eichgraben, sowie Personen mit einem Bezug zu Eichgraben Mitglied werden kann. Jedes Vereinsmitglied kann während der Betriebszeiten des Elektromobils nach vorheriger Anmeldung den ,Fahrdienst‘ in Anspruch nehmen. Fahrer oder Fahrerin kann jedes Mitglied mit Führerschein zwischen 20 und 75 Jahren werden, ausgenommen Probeführerscheinbesitzer – und Passagier kann jedes Vereinsmitglied sein. Der Aktionsradius des Elektromobils ist das gesamte Ortsgebiet von Eichgraben.

Seit September 2015 wurden rund 33.500 Fahrten mit 250.000 Kilometer zurückgelegt und dabei 12.000 Freiwilligenstunden geleistet. Finanziert wird das Ganze durch Mitgliedschaft – von 10 bis 17 Jahren zahlt man 12,90 Euro pro Monat, von 18 bis 26 Jahren 18,90 Euro und ab 27 Jahre 24,90 Euro.

An Wochentagen von 7 bis 22 Uhr

Es gab eine Startförderung der Gemeinde in der Höhe von 5.000 Euro. Bis 2020 wird noch eine Bundesförderung in Anspruch genommen – und außerdem bringt die Werbebeklebung der 3.000 Euro im Jahr.

Für die Fahrer gibt es eine Einschulung mit dem Elektroauto durch einen Fahrlehrer und alles zwei Jahre eine Fahrprüfung. Gefahren wird nach einem Fahrplan an Wochentagen zwischen 7 und 22 Uhr in Drei- bis Fünfstunden-Schichten.

„Wir machen gute Erfahrungen damit. Es gibt fast keine Spontanfahrten, man ruft rund 30 Minuten vorher an oder macht sich über eine Woche vorher einen Termin aus“, so Michael Pinnow.

Sowohl Bürgermeister Christoph Artner als auch Stadtrat Franz Gerstbauer von den Grünen stehen in Herzogenburg so einem „Fahrdienst“ durchaus positiv gegenüber. „Ich hoffe stark, dass wir jemandem finden, der die Verantwortung übernimmt, sodass wir es hier auch schaffen würden, denn es ist ja nicht nicht nur Umwelt- sondern auch ein Sozialprojekt. Die positive Reaktion beim Vorstellungsvortrag zeigt, dass Interesse besteht. Ich gebe gerne Auskunft darüber, wenn man mich kontaktiert“, so Franz Gerstbauer.

Kann sich der „Fahrdienst“ auch in Herzogenburg durchsetzen? Zu dieser Frage können Sie, werte Leser, ab sofort auf der beliebten Onlineplattform NÖN.at abstimmen!

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