Nemschitz-Halle: Abriss hat begonnen. Nach knapp sechsjähriger Verzögerung wird das Projekt „Junges Wohnen“ in Herzogenburg jetzt realisiert.

Von Hans Kopitz. Erstellt am 05. August 2020 (04:28)
Der Abriss der ehemaligen Nemschitz-Halle hat begonnen. Eduard Knabb postete dazu auf Facebook: „Ein Gebäude wird abgetragen, welches eine Generation ohne betrieblicher Nutzung hier gestanden ist. Da gibt es nicht viele Beispiele. Seit dem ersten Schultag sah ich es täglich und dachte immer, welche Verschwendung. Schade, dass es keine andere Nutzung gegeben hat. Jetzt kann es nur bergauf gehen.“ Und zahlreiche Herzogenburger stimmten zu.
NOEN

„Zwei Bauprojekte sorgen für Wirbel“ hat die NÖN vor knapp zweieinhalb Jahren getitelt. Es ging um das Projekt „Junges Wohnen“ am ehemaligen Nemschitz-Areal am Schillerring und um das kombinierte Hotel-/Wohnungsprojekt in der Kremser Straße. Am Nemschitz-Areal wehrte sich Gastronom Leopold Bertl gegen den Wohnungsbau, in der Kremser Straße machten zwei Anrainer mobil, die die Verwirklichung des Projekts beeinsprucht haben.

Während das Projekt in der „Bruckner-Kurve“ noch immer vor sich hin schlummert, werden seit wenigen Tagen am Schillerring nach langen Verhandlungen Nägel mit Köpfen gemacht. Die Bagger sind aufgefahren, um die ehemalige Nemschitz-Halle abzureißen.

Stadtgemeinde erwarb Areal im Jahr 2014

„Ich bin zuversichtlich, dass noch in diesem Jahr die erforderlichen Verfahren abgeschlossen werden können und ehebaldigst mit den Errichtungsarbeiten begonnen wird“, sagte im September 2014 (!) der damalige Bürgermeister Franz Zwicker, nachdem die Stadtgemeinde das Areal erworben hatte und im Gemeinderat einstimmig die Entscheidung gefallen war, dass dort zwei Objekte mit insgesamt 15 Startwohnungen errichtet werden sollen – aber zuvor die ehemalige Nemschitz-Halle abgetragen werden muss.

Genossenschaft hat ihr Interesse nicht verloren

Ende Oktober 2014 schlossen dann die Stadt und die Allgemeine Gemeinnützige Wohnungsgenossenschaft St. Pölten einen Baurechtsvertrag. Es wurde vereinbart, dass die Genossenschaft die Abbrucharbeiten in Eigenregie durchführt, danach die Wohnungen vergibt und verwaltet. Seitdem, und das sind knapp sechs Jahre, hat sich dort kein Stein bewegt.

Nachdem im Vorjahr vom Landesverwaltungsgericht die Einsprüche Leopold Bertls abgewiesen worden waren und die Genossenschaft ihr Interesse am Projekt nicht verloren hat, wurden die Ausschreibungen vorbereitet und Direktor Willi Gelb erklärte im NÖN-Gespräch „Wir beginnen noch heuer mit den Abbrucharbeiten.“

Neuerlich gab es eine Verzögerung, denn eigentlich wäre der Beginn des Neubaus für das „Junge Wohnen“ auf dem rund 890 Quadratmeter großen Grundstück schon für dieses Frühjahr vorgesehen gewesen. Aber nun dürfte es doch flott weitergehen. Zumindest ist die Fertigstellung der insgesamt zwölf Wohneinheiten mit 17 Tiefgaragenplätzen für Herbst nächsten Jahres geplant.