VP wirbt auf Türkisch. Landes-FP kritisiert Sujets des Kandidaten Muhammed Ali Ayer und ortet Nähe zu islamistischer Gemeinschaft. VP-Stadtparteiobmann Max Gusel verteidigt Vorgangsweise.

Von Alex Erber. Erstellt am 17. Januar 2020 (13:07)
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Wenige Tage vor der Gemeinderatswahl sieht sich der türkisch-stämmige VP-Kandidat Muhammed Ali Ayer schwerer Angriffe durch die Landes-FP ausgesetzt. Herzogenburgs VP reagiert darauf gelassen.

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„Wahlwerbung auf Türkisch ist man normalerweise von der SP in Wien gewohnt. Dass sich jetzt sogar schon die ach so christlich-soziale VP NÖ Muslimen anbiedert und in türkischer Sprache auf Stimmenfang geht, ist schon sehr bezeichnend für die Landesschwarzen. Mit Politik für unsere Landsleute hat das jedenfalls nichts zu tun“, kritisiert FP-Landespartei- und Klubobmann Udo Landbauer türkische Plakate und Werbesujets der schwarzen VP in NÖ. So posiert der türkischstämmige VP-Kandidat Muhammed Ali Ayer in Herzogenburg neben dem VP-Logo und bittet auf Türkisch mit mehreren Werbesujets um Wählerstimmen für die kommende Gemeinderatswahl. „Während die Bundes-VP mit dem Kopftuchverbot und der Deutschplicht vor Schuleintritt hausieren geht, plakatieren uns die Landesschwarzen einen Türkischkurs“, sagt Landbauer.

VP-Stadtparteiobmann Max Gusel redet dazu gar nicht lange herum: „Wir haben eine türkische Community von rund 600 Personen, teils österreichische, teils türkische Staatsbürger. Es ist ein Faktum, dass viele von ihnen nicht oder nicht gut genug Deutsch können. Das Ganze beginnt schon im Kindergarten, die Menschen werden dann bestenfalls Hilfsarbeiter. Gerade hier will Ali Ayer gegensteuern. Aber vorher muss er seine Botschaften an die Frau und an den Mann bringen, deshalb hat er sich entschlossen, Wahlwerbung auch in türkischer Sprache zu betreiben.“

„Jugendliche sind um Integration bemüht“

Ein weiterer Vorwurf steht im Raum. Laut Landbauer stehe Ayer in engster Verbindung zur islamischen Föderation, die in direktem Zusammenhang mit der islamistischen Milli-Görüs-Gemeinschaft steht. „Erstaunlich, dass die VP-NÖ hier keinerlei Berührungsängste zeigt und derartige Kandidaten aufstellt“, fordert Landbauer eine klare Abgrenzung von Ayer zum politischen Islam, radikal-islamistischem Gedankengut sowie ein klares Bekenntnis zum Rechtsstaat Österreich.

Dazu Gusel: „Es gibt hier in Herzogenburg den Verein ,Islamische Förderation‘, Ali Ayer kümmert sich um die Jugend. Diese Jugendlichen sind fleißig und sehr um Integration bemüht. Es ist sehr schade, wenn man so tut, als wären sie radikal. Und es stimmt, Ali Ayer ist einmal im Jahr 2017 mit einer Milli-Görus-Reisegruppe unterwegs gewesen. Er ist selbst aber kein Mitglied und es gibt auch keine Verbindungen zu dieser Gruppe.“