Landjugend ist "gemeinsam unschlagbar“. Mit einem glanzvollen Fest feierte die Landjugend des Bezirks Herzogenburg ihr mittlerweile 70-jähriges Bestehen

Von Hans Kopitz. Erstellt am 20. August 2019 (03:37)
Hans Kopitz
Zahlreiche Fest- und Ehrengäste kamen zur Jubiläumsfeier. Im Bild: Alois Döller, der NÖ Landesobmann der Landjugend, Norbert Allram, Max Gusel, Bürgermeister Alois Vogl, Erich Hauptmann, Franz Gunacker, Landtagsabgeordnete Doris Schmidl, Manuel Fahrnecker, Lena Wallner, Bürgermeister Christoph Artner, Pfarrer Leopold Klenkhart, Barbara Kaiblinger, Maria Brandl, Vizebürgermeister Klaus Graf, Anton Kaiblinger und die beiden Bürgermeisterinnen Karin Gorenzel und Daniela Engelhart (von links).

Mit einem großartigen Fest und ausgiebig hat die Landjugend, Bezirk Herzogenburg, in der Vorwoche ihr 70-jähriges Bestehen gefeiert.

Schon am Mittwoch-Abend ging in der St. Andräer Kaiserhalle beim SkyPull die Post ab und die Jugend vergnügte sich zu den Klängen von „Harris & Ford“ bis in die Morgenstunden.

Den Festgottesdienst tags darauf hielt der Hainer Pfarrer Leopold Klenkhart, wobei in der Predigt auch der Klimawandel und Naturkatastrophen zur Sprache kamen. Klenkhart dankte für viele Jahre segensreichen Wirkens und wünschte weiterhin der Jugend Gottes Segen. Von der musikalischen Gestaltung durch den Landjugendbezirkschor unter der Leitung von Astrid Holzinger war nicht nur Landtagsabgeordnete Doris Schmidl begeistert. Sie betonte, dass bei dieser Feier erst bewusst gemacht wurde, wie viele Generationen hier mitgearbeitet haben, diese Organisation zu gründen und am Leben zu erhalten: „Ich bin stolz auch euch – danke!“

Ein Dankeschön gab es auch von Landjugend-Bezirksobmann Manuel Fahrnecker an die vielen ehemalige Bezirksleiter- und -leiterinnen, die gekommen waren, um gemeinsam auf die vergangenen 70 Jahre zurückblicken, an den Bauernbund, der Kaffee und Mehlspeisen beisteuerte, an die Familie Kaiser, die das Gelände zur Austragung der Veranstaltungen zur Verfügung stellt – und an alle Sponsoren und Unterstützer.

Seit 70 Jahren neue Freundschaften

In seinem Rückblick betonte Fahrnecker: „Gemeinsam blicken wir zurück auf 70 Jahre Arbeit, Spaß, Gemeinschaft und Zusammenhalt. Mitglieder aus sieben Sprengeln und eine Volkstanzgruppe arbeiten zusammen an Projekten, nehmen an Ausflügen teil und schließen dadurch seit 70 Jahren neue Freundschaften.“

1949 beschlossen die Kursteilnehmer der Fortbildungsschule, das „Ländliche Fortbildungswerk“ zu gründen, Franz Hell wurde als erster Obmann bestimmt. In der zunächst sehr burschendominierten Jugendorganisation erlebte der Bezirk einen großen Aufschwung, als Marie Berger 1952 zur ersten Leiterin gewählt wurde.

Die Landjugend wurde vor drei Generationen als „Ländliches Fortbildungswerk“ gegründet und hat es geschafft, über die Jahre sinnvolle Jugendarbeit zu leben. In den Anfängen ist das Hauptaugenmerk auf berufliche Weiterbildung gelegt worden, mit der Zeit wurde das Bildungsprogramm jedoch angeglichen und die Entwicklung nahm ihren Lauf. Erntedankfeste, Wettbewerbe in verschiedensten Kategorien sowie Kultur und Brauchtum prägten nach und nach das Vereinsleben. Mit der Namensänderung von „Ländliches Fortbildungswerk“ in „Landjugend“ wurde 1986 eine österreichweite Dachmarke geschaffen.

„Bei diesem Jubiläum blicken wir zurück auf die vergangenen Jahre und erkennen, was wir gemeinsam erreichen können. Es wurden neue Ortsgruppen gegründet, aber auch Ortsgruppen aufgelassen, doch wichtig ist, viele der Ortsgruppen blicken zurück auf sieben Jahrzehnte motivierte Mitglieder. Und bis heute steigen die Mitgliederzahlen und die angebotenen Aktivitäten vom Bezirk Herzogenburg und auch der Sprengel“, erklärte Fahrnecker.

Die Sprengel Inzersdorf, Hain, Kapelln, Rust, Weißenkirchen, Statzendorf und St. Andrä wurden um die gleiche Zeit zwischen 1949 und 1950 gegründet, St. Andrä wurde jedoch 1967 aufgelöst. Auch die Volkstanzgruppe Herzogenburg gibt es seit Beginn, erst unter der Ägide der Bezirksleitung, seit 1988 gibt es eine eigene Tanzleitung.

Die Ortsgruppe Reichersdorf wurde 1954 ins Leben gerufen, von 1952 bis 1964 gab es eine eigene Sprengelgruppe in Obritzberg und zwischen 2004 und 2009 hatte auch Traismauer eine eigene Landjugendgruppe.

Fahrnecker abschließend: „So stehen wir heute hier: ein Bezirk, sieben Sprengel, eine Volkstanzgruppe, rund 500 Mitglieder. So wie wir uns heute präsentieren können – dahinter steckt die Arbeit unzähliger Funktionäre über viele Jahrzehnte verteilt; allen voran die Arbeit und der Einsatz der jeweiligen Bezirksleitung mit deren Ausschuss.“

Traktorpulling und Schuhplatteln

Grußworte kamen von Doris Schmidl, Bürgermeister Christoph Artner und der Landesleitung. Nachdem Kellner aus allen sieben Sprengeln die Gäste mit Speis und Trank versorgt und die Band „Senkrecht“ Stimmung verbreitet hatte, startet der Traktorpulling-Bewerb, wobei die Zuschauer die Fahrer mit Traktoren aus fünf Gewichtsklassen kräftig anfeuerten.

Am Nachmittag gab es einen Auftritt der Volkstanz- und der Schuhplattergruppe Herzogenburg und mit der Siegerehrung des Traktorpulling-Bewerbs und dem Landjugendsong „Mia san dabei“ ging das gelungene Fest der Landjugend unter dem Motto „Alleine stark – gemeinsam unschlagbar“ zu Ende.