Therapiegarten wurde in Traismauer eröffnet. Körperliche, soziale und psychische Gesundheit der Sonderschüler soll gefördert werden.

Von Günther Schwab. Erstellt am 26. Mai 2019 (02:31)
Schwab
In zahlreichen Arbeitseinsätzen wurden die verschiedensten Pflanzen, darunter auch viele Kräuter, in Hochbeeten und anderen Gefäßen gepflanzt. Die Schüler hatten viel Spaß dabei. Im Bild: Gartentherapeutin Maria Holzbauer und Samuel.

In den vergangenen Monaten ist ein Schulprojekt, die Errichtung eines „Therapiegartens“ der Allgemeinen Sonderschule Traismauer, erfolgreich umgesetzt worden.

Zur feierlichen Eröffnung konnte Schuldirektorin Renate Obritzberger zahlreiche Ehren- und Festgäste begrüßen. Unter ihnen befanden sich Landeshauptfrau-Stellvertreter Franz Schnabl, Stadtpfarrer Dechant Josef Seeanner, Landtagsabgeordnete Katrin Schindele und Bürgermeister Herbert Pfeffer.

„Ganz im Zeichen des neuen gesunden Stils unserer Schule soll zusätzlich die körperliche, soziale und psychische Gesundheit der Schüler gefördert werden. Der neue Therapiegarten bietet eine Erweiterung als Lern- und Lebensraum und einen Ausgleich zum Schulalltag“, erklärte die engagierte Schulleiterin Renate Obritzberger bei der Vorstellung des Projekts.

Ort zum Beobachten, Staunen und Arbeiten

Spielerisch vermittle der Therapiegarten Kenntnisse im Umgang mit der Natur, fördere gesunde Ernährung und das Verantwortungsbewusstsein gegenüber dem eigenen Körper. Der Garten sei ein Ort zum Beobachten, Staunen, Arbeiten und Genießen.

In Zusammenarbeit mit Maria Holzbauer, die im Zuge ihrer Ausbildung zur akademischen Gartentherapeutin das Projekt mit den Schülern umsetzte, entstand aus dem Schulgarten ein spezieller Garten für die Schüler. „Die Planung als auch erste Vorarbeiten begannen bereits zu Beginn des Schuljahres. Zwei Hochbeete für Gemüse und Kräuter zur Verwendung in der Schulküche, eine Sitzgelegenheit zum Essen und Verweilen, für den Schatten eine Überdachung und ein Baum, Beeren und Sträucher zum Naschen und Blumen für die Sinne fanden im neuen Garten Platz“, so Schulleiterin Obritzberger.

Speziell für Schüler mit erhöhtem Förderbedarf entstand auch ein spezieller „Tastweg“. Weiters wurde auch ein großes „Mensch-ärgere-dich-nicht“- Feld angelegt. Zahlreiche Aktivitäten, darunter auch ein Besuch der HBLA in Sitzenberg, wo gemeinsam Kräutersalz und Gewürzöl hergestellt wurden, begleiteten das Projekt.

Ein besonderes Dankeschön galt auch der Mittelschule, die in den vergangenen Monaten drei Palettenbänke als Sitzgelegenheit angefertigt hat, als auch den „Lauffreunden Traismauer“, dem Verschönerungsverein Stollhofen, Sponsoren und der Stadtgemeinde Traismauer für die Unterstützung.

In den Ansprachen der Ehrengäste wurde das Projekt selbst als auch die Teamleistung (Schüler, Lehrer, Partnerschulen) besonders gelobt und als mustergültig bezeichnet.

Sieger unter 34 Projekten

Ähnlich ist die Sichtweise des Hans-Czettel-Förderungsvereins, denn der Therapiegarten wurde zum Sieger unter 34 eingereichten Projekten erkoren und mit dem Hans-Czettel-Hauptpreis ausgezeichnet. Im Rahmen der Eröffnung übergab Landeshauptfrau-Stellvertreter Schnabl den mit 1.500 Euro dotierten Preis an die Schulleitung. „Der Therapiegarten bietet den Kindern und Jugendlichen viele Möglichkeiten. Er kann sowohl als Lern- und Lebensraum genutzt werden und fördert die Entwicklung aller Schüler. Ich gratuliere der Sonderschule Traismauer von ganzem Herzen zu diesem tollen und gelungenen Projekt“, so Schnabl.

Der Festakt wurde mit mehreren tollen sehr kreativen Darbietungen sämtlicher Schüler samt Lehrerteam musikalisch umrahmt. Im Anschluss wurde zu einer Begehung des Therapiegartens geladen.