Herzogenburg

Erstellt am 13. März 2018, 05:06

von Claudia Stöcklöcker

Nach Einbruchserie muss Langfinger nun sitzen. Mit präparierter Tasche kaufte ein Georgier in Drogeriemärkten ein, ans Zahlen dachte er nicht. Vor Gericht wurde Rechnung präsentiert. Es setzte vier Monate gesiebte Luft.

Gandolfo Cannatella/Shutterstock.com  |  NOEN, Gandolfo Cannatella/Shutterstock.com

„Er hat mich gefragt, wo Duschgel steht und ist zu den Rasierern gegangen. Das ist mir komisch vorgekommen“, erzählt eine Verkäuferin vor einer Richterin. Den Angeklagten, einen Georgier, erkennt sie wieder. In Drogeriemärkten war er mit einer präparierten Tasche unterwegs und hatte es auf Beute abgesehen.

Anfang Februar reiste der 38-jährige Asylwerber aus Traiskirchen nach Oberndorf, ließ dort Rasierer und Aufsätze für elektrische Zahnbürsten mitgehen. Bald darauf schlug er in St. Pölten zu, sackte dort Rasierklingen, Pflaster und einen Spiegel ein. Rund 500 Euro beträgt der Wert der Beute insgesamt.

„Von dort musste ich wegen einer Rauferei weg und in der Schweiz wurde mir kein Asyl gewährt. Deshalb bin ich nach Österreich gekommen“

Bevor der Georgier nach Österreich kam, habe er in Deutschland gelebt, erzählt er. „Von dort musste ich wegen einer Rauferei weg und in der Schweiz wurde mir kein Asyl gewährt. Deshalb bin ich nach Österreich gekommen“, sagt er. „Und Sie waren gerade einmal 20 Tage hier und haben schon zu stehlen begonnen“, setzt die Richterin fort. „Ich habe Drogenersatzmittel gebraucht“, erklärt der 38-Jährige, erzählt von Suchtmittelabhängigkeit und sagt: „Die Ersatzmittel sind teuer und in der Flüchtlingsunterkunft hat man mir nur Beruhigungsmittel gegeben.“

Wie er zur präparierten Tasche gekommen ist? „Die habe ich von einem Bekannten.“ Nach Oberndorf sei der Georgier auf Empfehlung mit dem Zug gefahren. „Ich habe auch eine Liste von dem Mann bekommen, da stand der Ort drauf.“ Um Milde bittet der Verteidiger: „Mein Mandant war reumütig geständig.“ „Geständig war er erst, nachdem man ihm belastende Überwachungsvideos gezeigt hatte“, weiß die Richterin und verurteilt den Georgier zu einem Jahr teilbedingt, vier Monate davon hinter Gittern. Nicht rechtskräftig.