Gartenbau Nentwich: „Wir sind wie ein Architekturbüro“. Gartenbau Nentwich entwickelte sich in den 100 Jahren von der kleinen Pflanzenproduktion zum Garten-Komplettanbieter.

Von Beate Riedl. Erstellt am 16. Juni 2019 (13:03)
Manuel Tauber-Romieri
In der Jubiläumswoche von 17. bis 22. Juni feiern Michaela und Thomas Nentwich mit ihren Kunden das 100-jährige Bestehen ihres Unternehmens. Sie bieten ihren Gästen eine beeindruckende Rosenvielfalt zum Jubiläum.

Die Firma Nentwich feiert heuer ihr 100-jähriges Bestehen. Im NÖN-Gespräch erzählen Michaela und Thomas Nentwich, die den Betrieb in vierter Generation mit großer Leidenschaft und viel Engagement führen, über die Geschichte des Unternehmens, die Arbeit und die Pläne für die Zukunft.

Ihr Urgroßvater hat nach dem Ersten Weltkrieg 1919 mit der Obst- und Gemüseproduktion in Weißenkirchen begonnen. Wie kam es damals dazu?
Thomas Nentwich: In der Nachkriegszeit waren die Leute auf der Suche nach Pflanzen, die sie essen konnten. Deshalb hat mein Urgroßvater damals den Gärtnerbetrieb aufgebaut. Als mein Großvater dann in den 60er-Jahren übernommen hat, begann er zusätzlich mit der Produktion von Sträuchern und Bäumen und mein Vater hat ab 1980 dann eine richtige Baumschule daraus gemacht. Meine Frau und ich leiten den Betrieb seit 2010.

privat
Josef Nentwich startete vor 100 Jahren mit der Produktion und dem Verkauf von Gemüse und Obstgehölzen in Weißenkirchen.

Heuer feiert Ihr Unternehmen das 100-jährige Bestehen. Wie hat sich der Betrieb in dieser Zeit entwickelt?

Thomas Nentwich: Damals war die Versorgung des Dorfes das Ziel des Betriebes. Als meine Eltern dann übernommen haben, wurde richtig expandiert. Sie haben sich im Umkreis von 60 Kilometern einen Namen gemacht, haben Bestellungen aufgenommen und Pflanzen ausgeliefert. In den 90er-Jahren haben wir mit der Gartengestaltung begonnen.

Michaela Nentwich: Der Gartenbau hat sich in den letzten Jahren stark entwickelt. Mittlerweile beschäftigen wir fünf Gartenarchitekten, die ausschließlich mit der Ausarbeitung von Konzepten beschäftigt sind. Insgeshaben wir über 60 Mitarbeiter beschäftigt. Unsere Kunden wissen, dass sie bei uns Qualität bekommen.

„Genau dieses Gesamtpaket, das wir mit unseren professionellen Mitarbeitern aus einer Hand anbieten, macht uns stark.“ Thomas Nentwich

Wie haben sich das Geschäft und die Arbeit verändert?

Thomas Nentwich: Früher stand die Produktion im Vordergrund, in den 90er-Jahren rückte die Dienstleistung in den Fokus. Das war der Anfang des Gartenbaus und der Floristik. Die Arbeit im Garten ist im Gegensatz zu früher viel komplexer geworden. Gartenbesitzer legen viel Wert auf Automatisierung, etwa bei der Bewässerung, beim Rasenmähen oder beim Licht.

Michaela Nentwich: Auch im Betrieb hat sich einiges geändert, unsere Vorfahren haben alles händisch gemacht, heute gibt es etwa überall eine Bewässerung. Auch die Wünsche und Ansprüche der Kunden haben sich im Laufe der Zeit verändert. In unserem GartenShop ist jede Pflanze beschrieben. Der Kunde hat die Möglichkeit, alles selbst zu erforschen und bekommt natürlich auf Wunsch professionelle Beratung. Einkaufen ist ein Erlebnis für die Kunden.

Ihr Angebot deckt die gesamte Palette ab, also Gartenbau, Baumschule, Floristik, GartenShop, und Gartenpflege. Ihr Schwerpunkt liegt aber im Gartenbau. Was ist alles möglich?

Thomas Nentwich: Früher haben Gärtner Pflanzen gezogen und gepflegt, heute sind wir ein Architekturbüro. Wir übernehmen auf Wunsch die komplette Gestaltung von privaten aber auch von öffentlichen Projekten – von der Planung bis zur kompletten Umsetzung und Pflege. Alles wird genau abgestimmt, etwa die Blühfolge der Pflanzen und die verwendeten Materialien. In der Planungsphase wird alles detailliert besprochen und stilgerecht entworfen. Naturpools gehören ebenso zu unseren Spezialgebieten. Diese Art von Pool mit biologischem Gewässer ist der Schwimmteich von früher. Genau dieses Gesamtpaket, das wir mit unseren professionellen Mitarbeitern aus einer Hand anbieten, macht uns stark.

Was wird die Zukunft bringen?

Michaela Nentwich: Unser Betrieb ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen, trotzdem haben wir noch viel vor und große Pläne für die Zukunft. Ich bin überzeugt, dass unser Betrieb weiterhin wachsen wird. Wir sind sehr glücklich, dass unsere Tochter Anna-Sophie, sofern es ihre Ausbildung als Hotel- und Gastgewerbeassistentin zulässt, tatkräftig mithilft und unser Sohn Jakob die Ausbildung zum Gärtner absolviert.