Personalkrise beim Tourismusverband

Erstellt am 10. September 2013 | 00:00
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Foto: NOEN
Obmann fehlt / Im Juli schmiss Anton Matzl das Handtuch. Für eine außerordentliche Generalversammlung gibt es keinen Termin.
Von Alex Erber

REGION HERZOGENBURG / Der Tourismusverband Traisental-Donauland kommt nicht vom Fleck. Im Gegenteil: Er entwickelt sich geradewegs hin zu einem echten Sorgenkind.

Vor allem die offenen Personalfragen ärgern Beherbergungsstätten, Gastro- und Weinbaubetriebe.

Nach dem Rücktritt von Josef Bauer im Sommer 2012 schwang kurzfristig der ehemalige Herzogenburger SP-Stadtrat Anton Matzl das Zepter.

Nach nur einem Jahr schmiss er entnervt das Handtuch - die NÖN berichtete ausführlich. Es passte ins Bild, dass die beiden Stellvertreter Johann Schmid („Karpfenwirt“ aus Sitzenberg-Reidling) und Walter Pernikl (geschäftsführender Gemeinderat aus Nussdorf) erst über Umwege von diesem Schritt informiert wurden.

Die Stadt Herzogenburg nominierte daraufhin Stadtrat Franz Mrskos als Nachfolger für Matzl in den Vorstand des Verbandes. Gleichzeitig taten die Verantwortlichen unmissverständlich kund, dass die Stiftsstadt als stärkster Beitragszahler weiterhin die Funktion des Obmannes für sich beansprucht.

Nun ist wieder alles ganz anders: In der jüngsten Sitzung des Herzogenburger Gemeinderates verkündete Bürgermeister Franz Zwicker den Rückzug von Mrskos: „Denn er hat gesehen, dass es sich zeitlich nicht ausgeht.“

„Ausgehen“ soll es sich nun bei Stadtrat Gottfried Eder, der einstimmig zum Nachfolger von Mrskos gewählt wurde und Herzogenburg somit nicht nur in der „Weinstraße Traisental“ vertritt, sondern eben auch im Tourismusverband Traisental-Donauland.

Hauptamtlicher  Geschäftsführer?

Ob er zum Obmann gewählt wird, steht nicht fest. Wann gewählt wird, erst recht nicht. Denn Obmann-Stellvertreter Walter Pernikl, der gemeinsam mit Johann Schmid interimistisch an der Verbandsspitze fungiert, sieht für die statutenmäßig vorgesehene außerordentliche Generalversammlung keine Eile: „Im Vordergrund stehen nicht personelle, sondern inhaltliche Fragen.“

Konkret: Zunächst soll evaluiert werden, ob es Sinn macht, dass man einen hauptberuflichen Geschäftsführer einsetzt: „Die Zeiten haben sich geändert, wir stehen vor großen Herausforderungen“, so Pernikl. Falls man draufkommt, dass ein Geschäftsführer eingesetzt werden soll, ist dann auch noch die finanzielle Frage ein Thema: „Auch dieses Problem muss erst mit allen Beteiligten besprochen werden.“

Falls auf einen Geschäftsführer verzichtet wird, möchte man das Profil des Obmannes schärfen. Pernikl: „Gibt es einen Geschäftsführer, benötigen wir einen wortgewandten Obmann mit einem sehr guten Auftreten nach außen hin. Wenn kein Geschäftsführer eingesetzt wird, muss der Obmann ein touristischer Profi sein.“

Gottfried Eder gibt sich gelassen: „Die Sachlage ist korrekt beschrieben.“ Die Äußerungen von Pernikl wollte er im NÖN-Gespräch nicht kommentieren.

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