Hilfe für bedrängte Christen in Kurdistan. Kindersommerspiele, Katholisches Bildungswerk, das Stift und die Pfarre Herzogenburg werden sich an Wiederaufbau beteiligen.

Von Hans Kopitz. Erstellt am 28. Januar 2020 (03:50)
Beim Vortrag im Pfarrzentrum: Andreas Kickinger, Sprecher des Leitungsteams der NÖ Kindersommerspiele, Josef Schogger vom Katholischen Bildungswerk, Stefan Maier, Salar Boudagh, Generalvikar der chaldäischen Erzdiözese Alkosh und Pfarrer von Telskof, sowie Stiftsdechant Mauritius Lenz (von links).
Hans Kopitz

„Durchs wilde Kurdistan“ betitelte sich der Informationsabend zum Projektstart einer Partnerschaft mit einer Pfarre im Nordirak, der im Pfarrzentrum St. Stephan über die Bühne ging. Die NÖ Kindersommerspiele, das Katholische Bildungswerk sowie Pfarre und Stift Herzogenburg starten heuer ein Projekt zur Unterstützung einer christlichen Gemeinde im Nahen Osten.

Als Gast referierte der Nahostexperte und Projektkoordinator der Hilfswerk-Initiative Christlicher Orient (ICO), Stefan Maier. Er war 2014 bei den Kindersommerspielen als Leiter der Auslandshilfe der Caritas Salzburg für seinen Einsatz für syrische minderjährige Flüchtlinge mit der Weißen Feder von Herzogenburg ausgezeichnet worden. Maier berichtete über eine von der ICO organisierte Solidaritätsreise in die nordirakische Region Kurdistan. Ziel dieser Reise war es, den von vielen Seiten bedrängten Christen dieser Region zu zeigen, dass sie von ihren Glaubensbrüdern in Europa nicht vergessen sind.

Die Reiseteilnehmer wurden mit der fragilen politischen Situation, der prekären Sicherheitssituation und der schlechten wirtschaftlichen Lage konfrontiert, die dazu führen, dass viele Menschen an die Auswanderung in den Westen denken. Durch konkrete Hilfsprojekte und Wiederaufbaumaßnahmen – etwa in den von der Terrormiliz IS zerstörten christlichen Dörfern in der Ninive-Ebene – soll dem Exodus entgegengewirkt werden.

Möglich ist Partnerschaft mit dem Dorf Telskof

„Die Christen im Nahen Osten brauchen zuallererst sichtbare Solidarität – die Menschen sollen spüren, dass Christen anderswo, zum Beispiel in Herzogenburg, an ihrem Schicksal teilhaben, sich für sie interessieren. Es geht darum, diese Menschen zu ermutigen, das Christentum aufrecht zu erhalten und das Leben als Christen auch in einem mehrheitlichen muslimischen Land lebenswert zu gestalten“, so Stefan Maier. Er denkt bei der Überlegung an eine Partnerschaft sofort an das gänzlich von Christen bewohnte Dorf Telskof, das in die Hände der IS-Terroristen fiel, geplündert und zerstört wurde. Inzwischen sind von den einst 1.400 Familien 650 wieder zurückgekehrt, weitere 350 Familien aus Nachbardörfern haben sich angesiedelt. Die Häuser wurden mit Unterstützung von Hilfsorganisationen renoviert, ebenso Kindergarten und Schule.

Geplant sind ein reger Informationsaustausch, gegenseitige Information am Gemeindeleben des Pfarrpartners und finanzielle Unterstützung beim Wiederaufbau – zum Beispiel auch durch ein Saftstandprojekt bei den heurigen Nökiss.