Oliven, frisch aus Kapelln

Es muss nicht Spanien oder Italien sein: Franz Bräuer züchtet mit Erfolg.

Erstellt am 23. Oktober 2021 | 04:07
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Im Olivenhain in Raipoltendorf stehen rund 80 Olivenbäume.
Foto: Peter Nussbaumer

Franz Bräuer, in Zwettl geboren, lebt seit 2010 in Raipoltendorf. Zum Ausprobieren, ob Olivenbäume auch in NÖ wachsen können, nahm er 2015 von einem Kroatienurlaub zwei Olivenbäume mit, die ihm prompt im ersten Winter abfroren. Damit war aber das Interesse geweckt und Bräuer entdeckte in Spanien Sorten, die in einer dem NÖ Klima ähnlichen Umgebung gedeihen und holte sich in der Folge verschiedene Sorten als mehrjährige Bäume (beispielsweise von zehn bis 85 Jahren) nach Hause.

Derzeit wachsen bei ihm am Bauernhof in Raipoltendorf rund 80, auf einem Acker in Untergrafendorf etwa 130 und auf zwei aufgelassenen Weinrieden in der Wachau über 200 Olivenbäume.

Dazu gibt es noch Jungbäume und sogar Olivensträucher. Bräuer: „Es war nicht leicht, Anbauflächen in der Wachau zu finden, aber oberhalb der beregneten Weinrieden gibt es aufgelassene Flächen, die komplett verwaldet sind. Die Liebe zur Wachau und der klima- und bodengünstige Standort überzeugten uns und wir konnten mit viel Arbeit zwei Olivenhaine errichten. Heuer konnten wir unsere Wachauer Olivenbäume bereits einem breiteren Publikum vorstellen.“

Derzeit verwendet Bräuer die Sorten Empeltre, Arbequina und Lecchino, diese sind einigermaßen kältebeständig und eignen sich sehr gut als Tafelolive. Bräuer: „Wir konnten feststellen, dass es in unserer Region keine Schädlinge für unsere Olivensorten gibt - unsere Oliven sind Biooliven!“

Community unterstützt sich gegenseitig

Gemeinsam mit seiner Partnerin betreibt der Logistiker die Olivenzucht als Hobby. Es gibt in Österreich eine kleine Community, die sich gegenseitig unterstützt, das sind beispielsweise ein Biobauer aus dem Weinviertel, ein Weinbauer aus Rust (Burgenland) und der Winzer und Olivenbauer Peter Skoff aus den südsteirischen Weinbergen. Auch die Nachbarschaft, zu der auch Vizebürgermeister Franz Rödl zählt, ist eine große Hilfe, wenn Arbeitskraft gebraucht wird.

Die Ernte der Oliven erfolgt ab Mitte Oktober per Hand in mehreren Durchgängen, weil nicht alle Früchte gleichzeitig reif werden. Dann werden die Oliven vorerst in Salz eingelegt und nach mehreren Wochen in Gläser mit verschiedenen Zutaten abgefüllt. Bis jetzt wurden die Oliven entweder zu Pasten verarbeitet oder eingelegt.

Ab heuer möchte Bräuer auch Olivenöl herstellen: „Ich habe eben in Italien eine Ölmühle bestellt, wo die Oliven noch traditionell zwischen Steinen zermahlen werden und dann das Substrat ausgepresst wird.“