Gastro-Besuch war „nicht wie erhofft oder geglaubt“. Das Geschäft läuft nur sehr schleppend an. Die Wirte ziehen eineinhalb Wochen nach Wieder-Öffnung ernüchternde Bilanz.

Von Hans Kopitz. Erstellt am 27. Mai 2020 (05:11)
Plauscherl im Lokal „Endo“ am Rathausplatz: Ender Aysel (rechts) und Mert Demir.
Hans Kopitz

Leicht hat es die heimische Gastronomie zur Zeit nicht, die seit eineinhalb Wochen wieder geöffnet hat. Obwohl sich viele schon auf die Wiedereröffnung der Gasthäuser und Cafés freuten, läuft das Geschäft in der Stiftsstadt doch eher schleppend an.

Der Ansturm der Gäste blieb großteils aus. Und Gästen, die gekommen sind, fehlt, Stichwort Maske und Abstand, die Wirtshaus-Atmosphäre.

„So mit Zweier- und Vierertischen ist es kein gemütliches Beisammensein.“Anja Bertl von „Beef & Burger“

„Der Besuch war nicht wie erhofft oder geglaubt, wir hatten in der ersten Woche ein Drittel bis zur Hälfte weniger Gäste als sonst. Die volle Mannschaft muss jedoch da sein, denn es könnten ja mehr Kunden kommen. Aber so mit Zweier- und Vierertischen ist es kein gemütliches Beisammensein“, gibt sich Anja Bertl von „Beef & Burger“ in der St. Pöltner Straße etwas enttäuscht.

In das gleiche Horn stößt Ender Aysel von der Pizzeria „Endo“ am Rathausplatz: „Das Personal muss da sein, die Fixkosten bleiben – und schauen Sie, heute Samstag, herrliches Wetter, zwei Gäste im Lokal, zwei im Gastgarten. Der Umsatz ist um 50 Prozent eingebrochen.“

Etwas positiver blickt Robert Yaldiz vom Café La Strada zurück: „Natürlich waren weniger Gäste da, aber wenn ein schöner Tag war, saßen sie mehr draußen. Was uns richtig abging, war das Mittagsgeschäft, das sonst viele Gäste bringt.“

Den Umständen zufrieden war Josef Maurer, Wirt von der „Goldenen Weintraube“ in der Herrengasse: „Der Mittwoch war ein positiver Tag, das kamen neben einigen Freunden auch Radtouristen, die Herzogenburg besuchten. Die Arbeiter, die sonst zum Mittagessen kommen, sind etwas weniger, da einige von ihnen in Kurzarbeit sind. Abends war nichts los. Jetzt setze ich wieder auf die Begräbnisse, denn wir haben genug Platz für viele Gäste.“