Sommerhalbzeit 2020: „Minus ist nicht mehr aufholbar“. Bei den Bädern in der Region Herzogenburg zieht man gemischte Bilanz. Die Betreiber hoffen, dass viel Sonne ein großes Defizit verhindert.

Von Hans Kopitz und Thomas Heumesser. Erstellt am 05. August 2020 (04:00)
Hoffen auf bessere Zeiten: Dávid und Ibolya-Mária Biró, Gastronom Franz Dopler und Raid Alarkanar mit Natalia (von links).
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Knapp sechs Wochen noch dauert noch die Badesaison im Herzogenburger Aquapark. Sie wurde heuer aufgrund der besonderen Umstände bis 13. September verlängert. Die Zwischenbilanz verheißt auch für heuer – wie schon im vergangenen Jahr zu dieser Zeit – nichts Gutes. „Es ist ja nicht nur die Coronakrise, sondern wir hatten zum Teil auch jede Menge total verregneter oder kalter Tage. Es gab bisher nur drei, vier wirklich schöne Badetage in der gesamten Saison, und das Ganze Anfang August“, erklärt Gastronom Franz Dopler, der den Getränke- und Imbiss-Stand in der Anlage betreibt.

Dabei zählt der Aquapark zu den beliebtesten und modernsten Freibädern im ganzen Bezirk und die Gäste strömen – besonders an den Wochenenden – aus nah und fern herbei, wo sie ein großzügig angelegtes Badegelände mit Naturbadeteich, Rutschen, Strömungskanal, Sprungturm, Kletternetz und einem großen Sportbecken erwartet. Weiters gibt es ein Kinderschwimmbecken mit Rutsche, einen Spielplatz und einen Beachvolleyballplatz. Die Tennisplätze und der Minigolfplatz liegen gleich daneben, sodass man als sportbegeisterter Besucher alles voll ausschöpfen kann.

Wenn man die auswärtigen Besucher – die aus Krems, St. Pölten und sogar aus dem Pielachtal kommen – fragt, was hier so anziehend ist, liegen die Antworten „Weil wir den Naturbadeteich schätzen“ oder „Weil es eines der wenigen Bäder ist, wo man keine Parkplatzgebühr einhebt“ an vorderster Stelle.

Jetzt hofft natürlich nicht nur die Stadtgemeinde als Betreiber, sondern auch der Imbisspächter dass die verlängerte Badesaison noch viele Besucher aufweist, sodass das Defizit nicht allzu groß wird: „Das Minus ist jedenfalls nicht mehr aufholbar“, bedauert Stadtamtsdirektor Kurt Schirmer.

Immerhin: Voll des Lobes über die Besucher sind Bad-Betriebsleiter Christian Mskos und Markus Streimelweger von der Badeaufsicht: „Rund 95 Prozent der Gäste halten sich an die Regeln, die ja heuer coronabedingt etwas anders sind, als in den 15 Jahren, seit der Aquapark besteht. Bei den übrigen fünf Prozent handelt es sich um Pubertierende oder Möchtegern-Jugendliche, die es – ob mit oder ohne Corona – immer gibt.“

„Langsam kehrt Normalität ein“

Naturgemäß ähnlich ist die Situation im Wölblinger Waldbad. „Man spürte schon deutlich den Stillstand durch Corona, aber jetzt kehrt langsam Normalität ein. Das Areal bietet viel Platz, auf der Liegewiese wird der Abstand eingehalten. Wir haben, wenn das Wetter passt, derzeit täglich eine Auslastung von rund 110 Personen. Und ich bin wirklich froh, dass sich alle Gäste sehr diszipliniert verhalten“, berichtet Bademeister Alfred Berger.

Die Betreiberin von „Karins Gaststube“, Karin Deutsch, ist für die kulinarische Versorgung der Waldbad-Gäste verantwortlich. Sie hatte lange Zeit mit der Ungewissheit nach dem Lockdown zu kämpfen. Nun ist das Geschäft wieder angelaufen. „Auch die Stammgäste sind zurück und froh, dass sie uns wieder besuchen können. Wir versuchen, ihnen kulinarisch fast alle Wünsche zu erfüllen.“

Bürgermeisterin Karin Gorenzel möchte mit dem Schlechtwetter nicht hadern, sondern freut sich über die Rückkehr der Badegäste: „Viele von ihnen kommen sogar aus Krems und Umgebung, das Waldbad ist über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt.“

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