Neues Wertstoffsammelzentrum sprengt das Budget. Ist der Brandschutz im Vorfeld vernachlässigt worden? Jetzt muss Zisterne um rund 34.000 Euro her.

Von Alex Erber. Erstellt am 20. Juni 2019 (03:04)
Thomas Heumesser
Das Wertstoffsammelzentrum Schweinern muss um eine Zisterne ergänzt werden, um den Brandschutz zu gewährleisten.

Am Wertstoffsammelzentrum in der Katastralgemeinde Schweinern wird derzeit auf Hochtouren gearbeitet. Die Kosten dafür haben sich aber mit einem Schlag verteuert. Zur Kasse gebeten wird der Steuerzahler.

Ein Aspekt ist offenbar im Vorfeld durch den Gemeindeverband für Umweltschutz und Abgabeneinhebung (GVU) vernachlässigt worden. Es geht um den Brandschutz.

Die Standort-Feuerwehr Schweinern hat darauf nicht vergessen, denn die Silberhelme sind die ersten, die ausrücken müssen, wenn es einmal brennt. Allerdings: Das Löschwasser aus den Feuerwehrautos und aus den umliegenden Hydranten reicht bei Weitem nicht aus, um Flammen effektiv bekämpfen zu können. Diesen Umstand hat eine Löschwasser-Berechnung der Florianis zutage gefördert.

Beim GVU herrscht totales Unverständnis

Fazit: Der Gemeinderat musste in seiner jüngsten Sitzung den Ankauf einer 70 Kubikmeter Wasser fassenden Zisterne beschließen. Sie kostet nicht weniger als 33.949 Euro. 40 Prozent werden durch das Land NÖ gefördert, der GVU steuert 12.000 Euro bei. Aufgestellt wird die Zisterne auf Gemeindegrund, damit auch Gemeindebürger im Fall des Falles daraus bedient werden können; und um dadurch die Kosten irgendwie rechtfertigen zu können.

Was sagt dazu der GVU? Es herrscht, gelinde gesagt, Unverständnis. Markus Punz, stellvertretender Amtsleiter: „Mir sind diese Feuerwehr-Berechnungen schleierhaft, denn es gibt in Wilhelmsburg ebenso ein Wertstoffsammelzentrum-Projekt, das sogar schon weiter fortgeschritten ist. Und dort war für die Erteilung der Baugenehmigung keine Löschwasser-Berechnung gefragt. Sie war auch nicht erforderlich.

Das Modell Wilhelmsburg haben wir auf Schweinern umgelegt. Die Zisternen-Angelegenheit hat jedenfalls zu einer geringfügigen Verzögerung im Ablauf geführt und ist auch sehr ärgerlich. Feuerwehr und Gemeinde haben offenbar zuwenig kommuniziert.“