"Insta"-Drohungen: Freispruch für Herzogenburger (26). Türke soll Ex-Lebensgefährtin via Instagram bedroht haben. Für den Richter war der Inhalt nicht konkret genug: „Nicht alles, was nicht in Ordnung ist, ist strafrechtlich relevant.“

Von Birgit Kindler. Erstellt am 21. Mai 2019 (03:57)
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Gefährliche Drohung per Anruf und über Instagram wird einem 26-Jährigen vorgeworfen. In Herzogenburg soll der Türke seine Ex-Lebensgefährtin mit bösen Nachrichten wie „Wenn du mich nicht mehr liebst, werde ich dein Leben zerstören“ Angst gemacht haben. Vor Richter Andreas Beneder bekennt er sich „gefühlsmäßig nicht schuldig.“

Eine Verurteilung hätte schwere Konsequenzen für den Türken, denn zu Buche steht eine lange Liste an Vorstrafen – Nötigung, gefährliche Drohung, Körperverletzung, falsche Beweisaussage, Verleumdung und Sachbeschädigung.

„Ich habe gesagt, dass er mich nie wieder anrufen soll.“

Der Angeklagte gibt beim Prozess am Landesgericht St. Pölten zu, dass er Nachrichten geschickt hat, bedroht will er seine Ex allerdings nicht haben. „Ich habe sie geliebt“, sagt er. Ihre Familie sei gegen die Beziehung gewesen, die immerhin vier Monate gedauert hatte. Die Ex-Lebensgefährtin meint, dass er wieder mit ihr zusammen sein wollte. Den Chatverlauf hat sie der Polizei vorgelegt und übersetzt. „Ich habe gesagt, dass er mich nie wieder anrufen soll.“ „Hat ihre Familie etwas gegen die Beziehung gehabt?“ fragt der Richter.

„Erst als er mich bedroht hat.“ Ihre Schwester meint, dass sie den Freund von Anfang an nicht akzeptiert hat: „Er hat von der Familie her nicht gepasst.“ Der Richter ließ den Chatverlauf von einem Dolmetscher übersetzen. „Mit dem Ergebnis, dass die Drohung nicht konkret genug war. Es war nicht in Ordnung, aber nicht alles, was nicht in Ordnung ist, ist strafrechtlich relevant“, so der Richter und fällt einen Freispruch. Der 26-Jährige lässt danach einen lauten Jubelruf los.