Bruder half bei schwerem Betrug. 19-Jähriger unterstützte Schwester bei Abzocke. Er kam mit einer bedingten Strafe davon.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 21. April 2019 (04:08)
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Symbolbild

Via E-Mails gab sich eine 23-Jährige als Mitarbeiter von Unternehmen aus, informierte Dienstgeber über Kontoänderungen und ließ sich dann fremde Gehälter auf eigenes Konto überweisen. 75.000 Euro sackte die Traismaurerin ein und fasste dafür, wie berichtet, zwei Jahre teilbedingte Strafe aus. Ein Teil der Beute floss auf Konten ihres Bruders. Wegen schweren Betruges wird dem 19-Jährigen nun am Landesgericht der Prozess gemacht.

Zu dem Vorwurf ist der Bursche geständig. Nutzen aus den kriminellen Aktionen seiner Schwester habe er aber keinen gezogen. „Ich wollte das gar nicht, aber sie hat mich dazu überredet. Ich habe nicht Nein sagen können, sonst hätten wir wieder gestritten“, bedauert der Traismaurer vor einem Schöffensenat die Taten. Und er sagt weiters: „Ich habe ihr das ganze Geld gegeben und habe sie gefragt, woher es kommt. Sie hat mir keine Antwort gegeben.“

Laut Bericht der Jugendgerichtshilfe sei der Angeklagte zurückhaltend, aber kooperativ. Für Gerichte ist er ein unbeschriebenes Blatt.

Um Milde bittet sein Verteidiger: „Seine Persönlichkeitsstruktur spricht gegen kriminelle Energie. Man sollte ihm eine Chance geben.“

Der Senat sieht das ebenso. Der 19-Jährige kommt mit sechs Monaten auf Bewährung davon. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.