FP fordert Maßnahmen: „Lärm wird von Jahr zu Jahr mehr“. FP fordert Maßnahmen zum Schutz der Bewohner östlich der S 33. Gemeinderat wird sich damit noch einmal eingehend befassen.

Von Alex Erber. Erstellt am 10. Dezember 2019 (03:20)
Stadtrat Martin Hinteregger: „Standort der Messgeräte war nicht optimal.“
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Mit einem brisanten Dringlichkeitsantrag warteten die Freiheitlichen bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderates auf. Es ging um Lärmschutzmaßnahmen östlich der S 33. FP-Stadtrat Martin Hinteregger forderte eine Petition an das Land, das sich seinerseits beim Bund für geeignete Maßnahmen einsetzen sollte.

Der Antrag wurde von den Gemeinderäten einstimmig in die Tagesordnung aufgenommen und es kam in der Folge zu einer lebhaften Debatte.

FP-Gemeinderat Herwig Haböck, er steuert dem 80er zu, brachte zunächst die historische Komponente ins Spiel und erinnerte an die seinerzeitigen Diskussionen, ob die S 33 in Hochführung oder Tiefführung errichtet werden sollte.

„Zwei Bürgerversammlungen hat es damals gegeben“, erklärte Haböck. Die Entscheidung fiel schließlich zugunsten der Hochführung, weshalb es jetzt praktisch jederzeit zu Lärmbelastung komme: „Bei Ostwind breitet sich der Schall sehr rasch aus und erreicht Herzogenburg, bei Westwind hat Ossarn das Problem!“

Stadtrat Franz Gerstbauer von den Grünen empfahl, bei einer Petition den Begriff „östlich“ zu streichen: „Lärm ist für niemanden zumutbar!“

Als Sofortmaßnahme schlug Gerstbauer eine Reduktion der höchst zulässigen Fahrgeschwindigkeit auf 100 km/h im betreffenden S-33-Abschnitt vor.

„Das wäre eine ad-hoc-Entscheidung. Das Limit nimmt nur einen kleinen Teil des Lärms weg“

SP-Vizebürgermeister Richard Waringer schloss sich Gerstbauer an, was das Gebiet anbelangt: „Der Grundsatzbeschluss sollte für ganz Herzogenburg gelten.“ Tempo 100 hingegen kann er nichts abgewinnen: „Das wäre eine ad-hoc-Entscheidung. Das Limit nimmt nur einen kleinen Teil des Lärms weg.“

VP-Stadtrat Erich Hauptmann sagte, man müsse das Thema mit Spezialisten besprechen: „Es wird uns jedenfalls in der Zukunft beschäftigen.“

Martin Hinteregger zeigte sich konziliant: „Man kann Herzogenburg gerne in den Text nehmen, aber ich sage nochmals, für Ossarn ist bis jetzt gar nichts gemacht worden. Und der Lärm wird von Jahr zu Jahr mehr.“

SP-Stadtchef Christoph Artner wies darauf hin, dass Lärmmessungen von zertifizierten Unternehmen durchgeführt worden sind.

Was Hinteregger nicht bestritt, allerdings seien die Standorte nicht optimal gewählt worden.“

Der Stadtrat zeigte sich schlussendlich mit dem Vorschlag des Bürgermeisters einverstanden, über den Antrag nicht sofort abzustimmen, sondern das Thema bei der nächsten Sitzung des Verkehrsausschusses eingehend zu behandeln. Im Gemeinderat wird am Montag, 16. Dezember, nochmals darüber debattiert.