Museum als Filmkulisse. Schulgruppe drehte in Weißenkirchen Streifen über Zeit nach dem Ersten Weltkrieg.

Von Lisa Röhrer und Peter Nussbaumer. Erstellt am 19. Mai 2019 (03:26)
NOEN
Der Heimkehrer Marc Friedl stellt in „Das erste Jahr“ den den Kindern fremd gewordenen Vater dar.

Die Räumlichkeiten und Exponate des Bauernmuseums der Familie Buchinger in Weißenkirchen werden schon bald über die Leinwand flimmern: Die Schüler der Neuen Mittelschule Viehofen drehten dort mit Lehrerin Heidemarie Kneissl und Regisseurin Anita Lackenberger den Film „Das erste Jahr“.

Erzählt wird darin über den Alltag von Kindern und Familien im ersten Jahr nach dem Ende des Ersten Weltkriegs. Das reich bestückte Museum war dafür ein wahrer Glücksfall, sind sich die Projektbeteiligten einig: „Es enthält zahlreiche Exponate aus der Zwischenkriegszeit und wunderschöne Orte zum Drehen“, schwärmt Kneissl.

„Schüler haben aber tolle Arbeit geleistet, ich bin sehr stolz“

Die 55 beteiligten Jugendlichen haben eine harte Woche hinter sich: Kostüme nähen, den Text lernen und jede Szene so oft drehen, bis endlich jedes Detail stimmt und alles im Kasten ist. „Sie haben aber tolle Arbeit geleistet, ich bin sehr stolz“, meinte Kneissl, die das Filmprojekt in Zusammenarbeit mit der NÖ Media plante und durchführte.

Regie führte Anita Lackenberger. Aber auch die Schüler wurden dabei in alle Bereiche der Filmproduktion miteingebunden: Sie recherchierten im Landesarchiv, schrieben Szenen des Drehbuchs, halfen bei der Regie, nähten Kostüme und kümmerten sich um die Maske.

Aufarbeiten der Vergangenheit

Nach der intensiven Drehwoche ist Kneissl geschafft, aber überaus zufrieden. Besonders beeindruckt ist die Pädagogin davon, dass es den Jugendlichen gelungen ist, auch sehr ernste Themen gut bewältigt haben. Eine Szene handelt etwa von der spanischen Grippe, in einer anderen ist ein Vater, der nach dem Krieg zu seinen Kindern zurückkehrt, zu sehen. „Die Aufarbeitung der Vergangenheit ist wichtig, dazu können wir mit dem Film ein bisschen etwas beitragen“, erklärt Kneissl, warum ein historisches Thema für den Streifen gewählt wurde.

Das Ergebnis des Projektes, an dem seit Februar gearbeitet wurde, ist am 26. Juni, um 18 Uhr im Hollywood Megaplex in St. Pölten zu sehen. Das Rahmenprogramm übernimmt die Theatergruppe „Nordlichter“. „Mit diesem Projekt bringen wir nicht nur Zeitgeschichte unseren Schülerinnen und Schülern nahe, sondern leben Integration vor Ort, indem in der Theatergruppe Kinder aus zehn verschiedenen Nationen zusammen arbeiten“, erzählt Kneissl.

Zufrieden mit der Arbeit des Filmteams ist übrigens auch Brigitta Buchinger: „Vor den Dreharbeiten wurden die Räumlichkeiten fotografiert, damit nach dem Dreh wieder alles seine ursprüngliche Ordnung hat.“