Wirbel um Broschüre. Herzogenburg: Grüne und VP orten Wahlwerbung, SP weist Vorwürfe zurück.

Von Alex Erber. Erstellt am 24. Januar 2020 (14:22)
Stadtrat Franz Gerstbauer (Grüne): „Bin persönlich enttäuscht.“ SP-Stadtchef Christoph Artner: „Das ist keine Wahlwerbung.“
NÖN

Einige Tage vor der Gemeinderatswahl ist eine bunte Broschüre in alle Haushalte geflattert. Sie präsentiert „Herzogenburg in Zahlen“. Mittlerweile kann man diese Broschüre auch auf der Homepage der Stadt nachlesen.

Für Empörung sorgt das bunte Zahlenkonvolut bei den Grünen: „Das ist ein klares Foul der SP an den politischen Mitbewerbern. Es gibt für diese Broschüre keinen Beschluss des Gemeinderates, bezahlt wird nicht von den Sozialdemokraten, sondern von den Gemeindebürgern“, sagt Stadtrat Franz Gerstbauer, der von seinem Koalitionspartner „persönlich enttäuscht“ ist. Es habe nicht die geringste Information darüber im Vorfeld gegeben.

Auch für VP-Obmann Max Gusel ist die Vorgangsweise „vor den Wahlen ganz einfach ein No-Go. Wir hätten uns dazu nicht geäußert, aber wenn die Grünen darauf aufmerksam machen, sagen auch wir ganz klar, dass so etwas einfach nicht geht.“

SP-Bürgermeister Christoph Artner kann die Aufregung nicht nachvollziehen: „Die Broschüre präsentiert Herzogenburg ganz einfach in Zahlen. Eine Wahlwerbung ist nicht erkennbar, mit keinem Wort wird erwähnt, wie super etwa die Partei des Bürgermeisters ist.“

Budgetiert sei die Broschüre sehr wohl: „Und zwar beim Posten Öffentlichkeitsarbeit, da gehören die Stadtnachrichten genauso dazu wie diese Broschüre.“

Artner weiter: „Ähnliche Aufregung gab es auch in Obritzberg-Rust. Da habe ich schon gewusst, was auf mich zukommen wird.“